Sicherheitsbewusstsein der Bürger wächst, die Sicherheitsbranche boomt

Seit rund einem halben Jahr erlebt die Sicherheitsbranche einen spürbaren Anstieg des Sicherheitsbewusstsein der Bürger. Die Nachfrage nach Sicherheitstechnik und Gefahrenabwehrmittel ist in den letzten Monaten rasant gewachsen. Alarmanlagen für Wohnungen oder das Einfamilienhaus werden immer gefragter, ebenso Dinge welche der Selbstverteidigung dienen. Nicht immer das teuerste, aber das zweckmäßigste wird gekauft. Die Nachfrage nach verschiedenen Abwehrwaffen ist so groß, dass mehrere Hersteller gar nicht mehr mit der Lieferung hinterher kommen, erzählt Dieter Wirth, der sich seit 25 Jahren mit Sicherheitstechnik beschäftigt.

 

Plötzlich kommen zu uns Leute, die noch nie über Sicherheit nachgedacht haben und Fragen uns, ob wir Abwehrspray haben. Es sind ganz normale Leute, gut situierte Bürger die zu uns ins Geschäft kommen. Die einen lassen sich wegen Alarmanlagen, andere wegen Selbstverteidigungsmittel beraten. Dabei reicht das Spektrum vom Unternehmer, Arzt, der alleinerziehenden Angestellte bis hin zur 80-jährigen Oma.

Alarmanlagen und Einbruchmeldeanlagen sind gefragt wie nie zuvor, unsere Beratung nimmt immer mehr Zeit in Anspruch. Immer wieder klingelt die Tür oder das Telefon. Hier eine Frage, hier ein Termin, hier eine Bestellung. Seit 25 Jahren bietet Dieter Wirth neben Schlüssel- und Sicherheitsdienstleistungen auch Artikel für den Selbstschutz oder Munition für die Kreisjägerschaft an. Die Nachfrage nach Einbruchschutz für Fenster und Türen ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Nun sind auch Sicherungsanlagen für Zuhause gefragt. Die gibt es schon ab 40 Euro, bei Einbruchmeldeanlagen mit Aufschaltung kann man hingegen schon mal 4.000 Euro hin blättern.

 

Die Nachfrage nach Selbstverteidigungsmittel plätscherte in den letzten Jahren immer so lang hin, doch seit geraumer Zeit ist die Nachfrage merklich gestiegen. Gefragt ist alles, was der Selbstverteidigung dient. Neben Abwehrspray (Pfefferspray) sind dies auch Gas- und Signalwaffen oder Elektroschocker, so Wirth.

 

Alle unsere Kunden sind an ihrer eigenen Sicherheit interessiert, viele davon haben sich bereits vorher im Internet informiert, wollen sich aber über Funktion oder Risiken beraten lassen und alle Möglichkeiten ausschöpfen.

Immer mehr Bürger wollen für den Fall der Fälle selbst gerüstet sein. Viele Vertrauen den Schutz durch den Staat nicht, hört Dieter Wirth immer wieder. Einbrüche und Diebstahl stehen auf der Tagesordnung, da ist der Selbstschutz der Normalbürger schon fast normal. Und das lassen sich die Kunden etwas kosten, zwischen 15 und 150 Euro geben unsere Kunden für ihren Selbstschutz aus, momentan steigend. Ob Dieter Wirth sich über die steigende Nachfrage Gedanken macht, wollen wir wissen. Ja, sagt er, es ist schon bedenklich, dass das Sicherheitsbewusstsein der Bürger so immens steigt. Aber getreu seinem Motto, "Sicher ist sicherer" beruhigt er die Bedenken der Bürger.

In einem Artikel des Bundesministerium des Inneren heißt es: "Wesentliches Element der neuen Strategie zum Schutz der Bevölkerung ist die Fähigkeit der Bürger, sich, ihre Familien und ihre Nachbarn vorbeugend und beim Eintritt von Gefahren selbst zu schützen." >> Artikel lesen

 

Und wie sieht es in der Kriminalitätsstatistik der Polizei aus? Der Salzlandkreis zählt zu den sichersten Landkreisen in Sachsen-Anhalt. Von insgesamt 4.839 Tatverdächtigen waren nur 272 Tatverdächtige nicht deutscher Herkunft. Im Jahr 2013 waren es insgesamt noch 5.041 Tatverdächtige, das geht aus der Kriminalitätsstatistik Salzlandkreis 2014 hervor. Momentan haben zwar Fahrzeugeinbrüche zugenommen, aber daraus kann derzeit noch kein Trend ausgemacht werden. Dank umfassender Präventionsarbeit der Polizei beispielsweise an Schulen, aber auch die Auswirkungen des demografischen Wandel geht die Anzahl der Tatverdächtigen Kinder, Jugendlichen und Heranwachsenden immer weiter zurück. Die meisten Tatverdächtigen sind Erwachsene, aber auch diese Zahl sank im gesamten Salzlandkreis von 4.604 auf 4.199 Tatverdächtige.  Die meisten Straftaten werden von männlichen Tatverdächtigen ausgeübt. Nur rund 1/3 der Straftaten sind auf das Konto von weiblichen Straftätern zurück zu führen. Währen bei Männern die Zahl der Straftaten gesunken ist, ist bei den weiblichen Straftätern die Zahl der Straftäter gestiegen. Währen die meisten Delikte wie Rohheitsdelikte und Diebstahl von männlichen Straftätern verübt werden, sind Betrug beispielsweise im Internet eher Straftaten von Frauen.

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Kommentare: 2
  • #1

    Oma Else (Samstag, 24 Oktober 2015 14:17)

    Der Artikel des Bundesministeriums ist ein Schlag ins Gesicht der Bürger.Hauptsache,die Damen und Herren in Berlin werden beschützt.Da bleibt mir nur
    übrig,mich zu bewaffnen und soll das der Sinn sein?Wollen wir amerikanische Verhältnisse?

  • #2

    David (Mittwoch, 13 Januar 2016 18:59)

    Die Statistik stellt leider nicht dar, wie viele Täter einen Migrationshintergrund haben. Dann würden die Zahlen anders aussehen. So dargestellt ist sie aber sehr viel angenehmer für die Politikverantwortlichen.