Flüchtlinge werden wieder auf Kommunen verteilt

Seit heute werden wieder Flüchtlinge von den Erstaufnahme-Einrichtungen in Sachsen-Anhalt verteilt. Zunächst sollen rund 500 Asylsuchende in den Einrichtungen der Städte und Landkreise unterkommen, da die Kapazitäten in den Erstaufnahme-Einrichtungen erschöpft sind. Über den Jahreswechsel wurde die Verteilung ausgesetzt und Notunterkünfte leer geräumt.

 

Damit sollten die Kommunen entlastet werden. Im ersten Monat des neuen Jahres wurden rund 2.500 Asylbewerber in Sachsen-Anhalt registriert, so das Innenminsterium in Sachsen-Anhalt. Für ordentlich Verwirrung in den Kommunen sorgte die Aussage der Bundeskanzlerin Angela Merkels, viele Asylsuchende würden nur auf Zeit bleiben. 

Magdeburgs Oberbürgermeister Trümper sagte, dass Kommunen auch nur die Flüchtlinge mit Bleiberecht wollen, aber was soll die Aussage für die Integrationsanstrengungen der Kommunen bedeuten. Wenn Flüchtlinge nur auf Zeit hier bleiben: "Was ist dann, wenn der Krieg nach einem Jahr zu Ende ist? Schicken wir dann alle nach Hause? Warum soll man Schulen und Kindergärten bauen, wenn man weiß, dass es in zwei Jahren zu Ende ist?"

 

Eine große Ungewissheit für die Städte und Kommunen, aber auch für Unternehmen. Weil die Zahl der aufzunehmenden Asylbewerber momentan völlig unklar ist, hat der Landkreis in der Notunterkunft Bernburg / Roschwitz mit Dusch- und Toilettencontainern vorgesorgt.

 

Auch soll nun Flüchtlingen in Sachsen-Anhalt der Einstieg in den Arbeitsmarkt erleichtert werden. Dafür kooperieren das Ministerium für Inneres und Sport, das Ministerium für Arbeit und Soziales, die Zentrale Anlaufstelle für Asylbewerber (ZASt) sowie die Bundesagentur für Arbeit (BA). Gemeinsames Ziel: Eine frühzeitige Erfassung der beruflichen Kompetenzen von Asylsuchenden mit längerfristiger Bleibeperspektive und ein Beitrag zur Fachkräftesicherung.

 

Ab sofort sind zunächst ein Vermittler und ein Sprachmittler der zuständigen Arbeitsagentur bis Ende 2016 direkt in der ZASt Halberstadt tätig. Mittels freiwilliger Befragungen erfassen sie Kompetenzprofile der Asylbegehrenden, führen Beratungsgespräche und können dann anhand der Profile Empfehlungen geben, in welche Regionen mit hohem Fachkräftebedarf die Flüchtlinge vermittelt werden können. Die örtlichen Arbeitsagenturen und Jobcenter können dann frühzeitig mit der Arbeitsmarktintegration beginnen.

 

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