Salzlandkreis hat den zweithöchsten Krankenstand in Sachsen-Anhalt

DAK-Gesundheitsreport 2016 - Krankenstand in der Region über dem Landesniveau – Sonderanalyse zeigt Unterschiede zwischen Männern und Frauen


Der Krankenstand im Salzlandkreis ist 2015 gestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 5,3 Prozent gab es in der Region den zweithöchsten Krankenstand in Sachsen-Anhalt (Landesdurchschnitt 5,1 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 53 krankgeschrieben. Zum Vergleich: Der niedrigste Krankenstand in Sachsen-Anhalt wurde mit 4,9 Prozent in der Stadt Halle, dem Landkreis Burgenland und dem Saalekreis verzeichnet, der höchste mit 5,6 Prozent im Landkreis Mansfeld-Südharz.

 

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Salzlandkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Die meisten Ausfalltage wurden aufgrund von Muskel-Skelett-Beschwerden, zu denen Rückenschmerzen gehören, verzeichnet. Diese Diagnose wurde zwar etwas weniger gestellt, war jedoch erneut Ursache für beinahe jeden vierten Fehltag (23,2 Prozent). Atemwegserkrankungen wie Erkältungen und Bronchitis kamen mit einem Anteil von 17,5 Prozent an allen Ausfalltagen auf Rang zwei, wobei es hier einen Anstieg um knapp 34 Prozent gab. Die Zahl der Krankschreibungen aufgrund von psychischen Erkrankungen wie Angstzustände und Depressionen blieb hingegen nahezu konstant und belegt mit 14,2 Prozent den dritten Platz der Fehltage.

 

„Wir informieren regelmäßig über den Krankenstand im Salzlandkreis“, sagt Andreas Umlauf von der DAK-Gesundheit. „Dafür werten wir die Ausfalltage unserer Versicherten in der Region aus. Unternehmen können aus dieser Analyse wichtige Impulse für ihr betriebliches Gesundheitsmanagement gewinnen. Um zum Beispiel längeren Erkrankungen durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorzubeugen, bieten wir als Kasse Arbeitgebern konkrete Hilfe an.“

 

Für ihre Versicherten geht die DAK-Gesundheit als erste Kasse Deutschlands neue Wege: Seit kurzem bietet sie eine medizinische Beratung per Videochat an. An dem Online-Angebot nehmen Ärzte aller Fachrichtungen teil. Versicherte können ihre Fragen schnell und unkompliziert vis-à-vis von zu Hause aus klären. Wichtig: Die Ärzte können im Videochat nicht behandeln und keine Diagnose stellen. Versicherte bekommen aber eine ausführliche und kompetente Beratung.

 

Frauen im Salzlandkreis haben fünf Prozent mehr Fehltage als Männer

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem diesjährigen Gesundheitsreport schwerpunktmäßig den Unterschied von Frauen und Männern in den Krankheitsprofilen und im Umgang mit Krankschreibungen. Für die Studie wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt sowie im Salzlandkreis aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt. Ein Fazit: Frauen in Sachsen-Anhalt fehlen häufiger im Job als Männer. Ihr Krankenstand lag im vergangenen Jahr 17 Prozent höher. Im Salzlandkreis betrug der Unterschied fünf Prozent. „Damit ist der viel zitierte kleine Unterschied größer als gedacht“, sagt Andreas Umlauf. „Die Studie zeigt auch, dass Männer und Frauen von ganz unterschiedlichen Krankheiten betroffen sind.“

 

Krankheitsunterschiede von Frauen und Männern in der Region

Im Salzlandkreis haben Männer zwei Drittel (plus 65 Prozent) mehr Herz-Kreislauf-Probleme als Frauen. Diese hingegen leiden fast doppelt so oft (plus 94 Prozent) an psychischen Erkrankungen wie Depressionen. Auch bei den Krebsleiden liegen sie ein Viertel (plus 25 Prozent) über denen der Männer, was durch das vergleichsweise frühe Auftreten von Brustkrebs bedingt ist. „Betroffene Frauen stehen oft noch voll im Erwerbsleben“, erklärt Umlauf. Die häufigste Krebserkrankung bei Männern, der Prostatakrebs, trete hingegen erst im höheren Alter auf – meist ab etwa 60 Jahren. „Diese Krebsfälle bei den Männern werden von unserer Statistik, die sich ausschließlich auf Erwerbstätige bezieht, nicht mehr erfasst“, so Umlauf.

 

Frauen neigen zu Präsentismus

Obwohl Frauen den höheren Krankenstand haben, schleppen sie sich sogar noch häufiger als Männer krank zur Arbeit. Experten sprechen vom Präsentismus: 75 Prozent der Frauen in Sachsen-Anhalt waren 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit, bei den Männern nur 63 Prozent. Als Hauptgründe gaben Frauen in der Befragung an, dass sie ihre Kollegen nicht hängen lassen wollten (90 Prozent) oder auch ihre Arbeit fertigstellen müssten (78 Prozent).

 

Auch tragen Frauen immer noch einen großen Anteil bei der Betreuung kranker Kinder: Mehr als jede vierte Frau gab in der Befragung an (26,8 Prozent), dass sie sich bei einer Erkrankung des Kindes selbst krank gemeldet hat, weil sie sich nicht anders zu helfen wusste. Bei den Männern sagten das nur 17,5 Prozent.

 

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat mehr als 130.000 Versicherte in Sachsen-Anhalt, davon rund 17.000 im Salzlandkreis.



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