Eisleber Wiesenmarkt, das größte Volksfest in Mitteldeutschland

Mit rund 500 000 Besuchern erhebt sich damit alljährlich ein „Gigant“ an Volksfesten mit wahrhaftiger Tradition in der Lutherstadt Eisleben, dessen Beliebtheit und Ausstrahlung weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinausgeht und bei den Besuchern auch als das „Oktoberfest des Ostens“ bezeichnet wird.


Sehr bewegt und kunterbunt ist die Geschichte des Eisleber Wiesenmarktes, genauso kunterbunt wie das Leben und Treiben zu jeder Wiese selbst. Der Geburtstag, die Ursachen und Umstände seiner Geburt lassen sich heute nicht mehr einwandfrei feststellen. Die erste Erwähnung von größeren Märkten in der Stadtchronik berichtet von einer Verlegung von zwei Jahrmärkten. Am 20. September anno 1515 hatten die Grafen von Mansfeld vom Kaiser Maximilian zu Innsbruck die Bewilligung zur Verlegung dieser Jahrmärkte erhalten. 1521 erteilte Kaiser Karl den Mansfeldern auf dem Reichstag zu Worms die Privilegien zur Abhaltung eines Vieh- und Ochsenmarktes, welcher alljährlich am Sankt Egidiustage (1. September) in Eisleben abgehalten werden sollte. Darin wird man wohl den Anfang des Wiesenmarktes suchen können. Der Chronist Spangenberg berichtet im 16. Jahrhundert, „dass alle, die diesen Markt besuchen, Viehe dahin bringen, verkaufen oder kaufen würden, ein Jahr lang mit ihrem Viehe, Habe und Gütern frei seien, keinen Zoll, Geleite-, Städte- noch Marktgeld zu zahlen verpflichtet sein sollten.“ Jedoch war es damit noch nicht getan. Den Leipzigern passte die Einrichtung neuer Märkte nicht. Sie erhoben Beschwerde und pochten auf ihre Privilegien. Zu guter Letzt verbot Herzog Georg von Sachsen seinen Untertanen, den Viehmarkt zu Eisleben bei höchster Strafe zu besuchen. Trotz des kursächsischen Verbots und vielleicht auch deshalb entwickelte sich der Markt in einem Ausmaß, der ihn bald zu einem führenden Jahrmarkt der damaligen Zeit werden ließ.

Heutzutage hat sich das Gesicht völlig verändert. Aus dem einstigen Vieh- und Ochsenmarkt hat sich das größte Volksfest in Mitteldeutschland entwickelt. Die Bebauung zu jedem Wiesenmarkt in der Lutherstadt Eisleben umfasst eine Fläche von bis zu 80 000 Quadratmetern und erstreckt sich vom Stadtzentrum am Plan über die Lindenallee (Händler) bis zum Wiesengelände (Schausteller). Bei dieser Bebauung entsteht eine Vergnügungsmeile mit einer Gesamtlänge von vier Kilometern. Jährlich werden aus über 1 000 Bewerbungen rund 350 Geschäfte aus dem In- und Ausland zugelassen. Die „Creme de la Creme“ an Geschäften gibt sich die Ehre, die dem Besucher ein Feuerwerk an Neuheiten, Nostalgisches bis Spektakuläres, Spiele und Belustigungen in jeglichen Fassetten, kulinarische Köstlichkeiten aller Art und Geschmacksrichtungen präsentieren. Ein Festival voller Superlative, so extravagant und einmalig, welches alle Gäste zum Staunen und zum Schmunzeln bringt.


Auch ist der Wiesenmarkt und die Kleine Wiese zu einer Veranstaltung mit einer Betriebsamkeit (Öffnung) über 2 Wochenenden, 7 Tagen und 85 Stunden Gesamtöffnungszeit zusammengeschmolzen. Über diesen Zeitraum finden die unterschiedlichsten Höhepunkte und Veranstaltungen statt, die die Tradition und das Brauchtum fördert und immer aufs Neue pflegt. So u.a.


- Eröffnungszeremonie auf dem Marktplatz und Übergabe des Marktrechtes,
- Festumzug zur Wiese und Fassbieranstich, Eröffnung des Eisleber Wiesenmarktes,
- Schützenaufmarsch, Austragung des Vogelschießens und Ehrung des Wiesenschützenkönig,
- Abhaltung eines Wiesengottesdienst,
- Wiesenrundgang mit behinderten Menschen,
- Bauernmarkt (Wurzeln des Wiesenmarktes),
- Ballontreffen mit Ballonglühen.


Mit rund 500 000 Besuchern erhebt sich damit alljährlich ein „Gigant“ an Volksfesten mit wahrhaftiger Tradition in der Lutherstadt Eisleben, dessen Beliebtheit und Ausstrahlung weit über die Stadt- und Landesgrenzen hinausgeht und bei den Besuchern auch als das „Oktoberfest des Ostens“ bezeichnet wird.



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