Neues Einzelhandelskonzept der Stadt Bernburg (Saale)

Die Stadt Bernburg (Saale) lässt seit 1990 ihre Einzelhandelsentwicklung gutachterlich begleiten und steuert diesbezügliche Vorhaben mit ihren städtebaulichen Möglichkeiten. Bereits 1991 wurde das erste Einzelhandelskonzept beschlossen, danach wiederholt 1995, 2001, 2006 und 2016 aktualisiert.


Im Ergebnis besitzt die Stadt Bernburg (Saale) eine für ihre Größe weitestgehend ausgewogene und städtebaulich tragfähige Zentrenstruktur. Eine wohnungsnahe Grundversorgung mit Waren des täglichen Bedarfs ist in großen Teilen des Stadtgebietes, stellenweise auch in Ortsteilen gegeben. Zentrenrelevanter, d. h. für Innenstädte typischer und notwendiger Einzelhandel, findet überwiegend auch nur dort statt und trägt maßgeblich zu deren Belebung bei. Flächenintensiver Einzelhandel mit sogenannten nichtzentrenrelevanten Sortimenten - wie beispielsweise Möbel und Baumarktsortimente - ist auf ausgewählte Standorte konzentriert.

 

Im Rahmen der zuletzt durch das Büro ‚Junker + Kruse Stadtforschung Planung‘ erarbeiteten Aktualisierung wurden Entwicklungschancen für den Einzelhandel eingeschätzt und Handlungsempfehlungen zu Verkaufsflächenpotentialen und deren Verteilung gegeben. In diesem Zusammenhang wurden auch aktuell beabsichtigte Einzelhandelsvorhaben beurteilt.

 

Die Stadt Bernburg hält an ihrem Entwicklungsleitbild der „räumlichfunktionalen Gliederung“ fest, nachdem es für den Einzelhandel nur an städtebaulich geeigneten Standorten Entwicklungsspielräume gibt. Danach darf und soll es im Hauptzentrum, der Innenstadt, ein möglichst vollständiges und vielfältiges Einzelhandelsangebot in allen Bedarfsbereichen geben. Das Stadtteilzentrum ‚Am Zepziger Weg‘ dient als Nebenzentrum vorrangig der Nahversorgung mit Lebensmitteln und beherbergt mehrere Anbieter, gleichwohl gibt es ergänzende Ladenangebote, wie Bekleidung, Schuhe und Haushaltwaren, ebenso Dienstleistungsbetriebe.

 

Ein weiteres, aber kleineres Nebenzentrum ist das Grundversorgungszentrum ‚An der Kustrenaer Straße‘, welches überwiegend der wohnortnahen Grundversorgung mit Lebensmitteln dient und nur vereinzelt weitere Läden sowie Dienstleistungsangebote aufweist. Die Abgrenzung dieses Zentrums wurde um den Standort des dortigen Lebensmitteldiscounters erweitert. In den ausgewiesenen Zentren sind Einzelhandelsentwicklungen in dem Rahmen ihrer zugewiesenen Funktionen grundsätzlich möglich. Der Sonderstandort ‚An der Kalistraße ist der räumliche Angebotsschwerpunkt im nichtzentrenrelevanten Sortimentsbereich. Mit einem früheren Einzelhandelskonzept wurden seinerzeit Ausnahmen hinsichtlich einiger zentrenrelevanter Sortimente, wie beispiels weise Unterhaltungselektronik und Elektrogroß- und -kleingeräte eingeräumt. Ebenso besteht dort ein gewisser Spielraum für Lebensmittelangebote, bis hin zu einem kleinen Verbrauchermarkt. Dieser wird derzeit nicht ausgenutzt, bleibt jedoch weiterhin möglich. Ebenso nichtzentrenrelevante Angebotsausweitungen, auch südlich der Kalistraße, sind nach dem Einzelhandelskonzept grundsätzlich denkbar.

 

Darüber hinaus gibt es eine Vielzahl von sogenannten solitären Nahversorgungsstandorten, die zumeist lediglich aus einem einzelnen Einzelhandelbetrieb, im Regelfall einem Lebensmitteldiscounter bestehen. In städtebaulich integrierten Lagen ist ihr Erhalt im Sinne des Konzeptes. Erweiterungen sind möglich, sofern sie der Nahversorgung der umliegenden Wohnsiedlungsbereiche dienen und negative Auswirkungen auf die eigentlichen Einzelhandelszentren und die sonstige wohnortnahe Grundversorgung auszuschließen sind.

 

Die Erarbeitung des Einzelhandelskonzeptes wurde durch eine Lenkungsgruppe aus verschiedenen mit Einzelhandels- und zugehörigen Wirtschaftsbelangen betrauten Vertretern und Fraktionsvertretern des Stadtrates begleitet, die in Arbeitskreissitzungen Untersuchungsinhalte diskutierten und die jeweiligen Ergebnisse als Grundlage für die weiteren Arbeitsschritte abstimmten.

 

Das Einzelhandelskonzept wurde durch den Stadtrat als Leitlinie der Stadtentwicklung beschlossen. Es kann im Planungsamt der Stadtverwaltung eingesehen und erklärt werden und ist zudem auf der Internetseite der Stadt neben anderen Planungen zu finden.



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