Im Salzlandkreis ist der Krankenstand gestiegen

Mehr Fehltage aufgrund von Seelenleiden – Sonderanalyse belegt starke Zunahme von Schlafstörungen

 


Der Krankenstand im Salzlandkreis ist 2016 angestiegen. Die Ausfalltage aufgrund von Erkrankungen nahmen im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte zu. Mit 5,4 Prozent hatte die Region zudem einen höheren Krankenstand als der Landesdurchschnitt (5,1 Prozent). Laut DAK-Gesundheitsreport waren damit an jedem Tag des Jahres von 1.000 Arbeitnehmern 54 krankgeschrieben. Zur Einordnung: Der höchste Krankenstand in Sachsen-Anhalt wurde mit je 5,5 Prozent im Jerichower Land sowie im Landkreis Börde verzeichnet, der niedrigste mit 4,5 Prozent in der Landeshauptstadt Magdeburg.

 

Die aktuelle Analyse der DAK-Gesundheit für den Salzlandkreis zeigt die wichtigsten Veränderungen bei der Zahl und Dauer der Krankschreibungen. Muskel-Skelett-Erkrankungen gingen zwar um zwei Prozent zurück, führten aber erneut die Liste der häufigsten Beschwerden an. Rückenschmerzen und Co. verursachten mehr als jeden fünften Ausfalltag in der Region. Einen Anstieg der Fehltage um 34 Prozent gab es bei psychischen Erkrankungen, zu denen Angstzustände und Depressionen gehören. Die Diagnose rückte damit auf die zweite Position vor. Es folgten mit einem Anteil von 14,5 Prozent am gesamten Krankenstand Atemwegserkrankungen wie Bronchitis. Hier gingen die Fehltage um 16 Prozent zurück.

 

„Wir informieren nicht nur regelmäßig über den Krankenstand im Salzlandkreis, sondern schauen darüber hinaus auf wichtige Einflussfaktoren für Erkrankungen“, sagt Andreas Umlauf von der DAK-Gesundheit. „Diese Analysen helfen uns, noch gezielter beim betrieblichen Gesundheitsmanagement (BGM) ansetzen zu können und Arbeitgebern konkret Hilfe anzubieten. So wird beispielsweise längeren Ausfallzeiten durch Rückenleiden oder seelische Probleme vorgebeugt.“

 

Drei von vier Erwerbstätigen in Sachsen-Anhalt schlafen schlecht

 

Die DAK-Gesundheit untersucht in ihrem aktuellen Gesundheitsreport mit dem Schwerpunktthema „Schlafstörungen“ auch, wie es um die nächtliche Erholung der Arbeitnehmer steht. Die Kasse wirft dabei einen Blick auf Ursachen und Risikofaktoren. Für das Schwerpunkthema wertete das IGES Institut die Fehlzeiten aller erwerbstätigen Mitglieder der DAK-Gesundheit in Sachsen-Anhalt aus. Es wurden zudem bundesweit mehr als 5.000 Beschäftigte im Alter von 18 bis 65 Jahren befragt und zahlreiche Experten eingebunden. Die Ergebnisse wurden mit einer DAK-Untersuchung aus dem Jahr 2010 verglichen. Ein Fazit: 75 Prozent der Erwerbstätigen in Sachsen berichten von Schlafproblemen. Seit 2010 ist der Anteil der von Ein- und Durchschlafproblemen betroffenen 35- bis 65-jährigen Arbeitnehmer um 78 Prozent angestiegen. Schwere Schlafstörungen haben sich seit 2010 sogar mehr als verdoppelt (plus 113 Prozent). Jeder zehnte Arbeitnehmer (10,2 Prozent) in Ostdeutschland leidet unter schweren Schlafstörungen (Insomnien) mit Ein- und Durchschlafstörungen, schlechter Schlafqualität, Tagesmüdigkeit und Erschöpfung.

 

Die DAK-Analyse für Sachsen-Anhalt zeigt, dass sich dieser Trend auch bei den Krankmeldungen auswirkt. Die Fehltage aufgrund von Schlafstörungen haben sich in den letzten Jahren auf jetzt 2,93 Tage je 100 Versicherte mehr als vervierfacht. Die große Mehrheit der Sachsen-Anhalter versucht allein mit den Schlafproblemen zurechtzukommen und geht nicht zum Arzt. Lediglich 6,5 Prozent der Erwerbstätigen waren im vergangenen Jahr deswegen in den Praxen. Im Bundesdurchschnitt sind es 4,8 Prozent. Selbst Erwerbstätige mit der schweren Schlafstörung Insomnie gehen meist nicht zum Arzt: 70 Prozent von ihnen lassen sich nicht behandeln.

 

Risiken Erreichbarkeit und Schichtarbeit

 

Ursache für Schlafprobleme sind laut DAK-Report Sachsen-Anhalt unter anderem Arbeitsbedingungen. Wer zum Beispiel häufig an der Grenze seiner Leistungsfähigkeit arbeitet, steigert sein Risiko, schwere Schlafstörungen zu entwickeln. Auch starker Termin- und Leistungsdruck, Überstunden sowie Nachtschichten und ständige Erreichbarkeit nach Feierabend gelten in diesem Zusammenhang als wichtige Risikofaktoren.

 

Zu viel abendliche TV- und Computer-Nutzung

 

Viele Arbeitnehmer in Sachsen-Anhalt sorgen aber auch selbst für einen schlechten Schlaf. Nach der Studie der DAK-Gesundheit schauen 85 Prozent der Erwerbstätigen vor dem Einschlafen Filme und Serien, 65 Prozent erledigen abends private Angelegenheiten an Laptop oder Smartphone. Jeder zehnte Sachsen-Anhalter kümmert sich noch um dienstliche Dinge wie E-Mails oder die Planung des nächsten Arbeitstages. „Viele Menschen haben nachts das Smartphone an der Steckdose, können aber ihre eigenen Akkus nicht mehr aufladen“, so Umlauf. „Die Beschwerden müssen ernst genommen werden, da chronisch schlechter Schlaf der Gesundheit ernsthaft schaden kann.“

 

DAK-Gesundheit bietet Schlaf-Beratung per Hotline an

 

Als Reaktion auf die aktuelle Studie und die zunehmenden Schlafstörungen bietet die DAK-Gesundheit ihren Versicherten ab sofort eine spezielle Schlaf-Beratung an: Die neue Hotline ist rund um die Uhr erreichbar. Unter der Rufnummer 040 325 325 805 geben Mediziner individuelle Hinweise und Tipps rund um die Themen Schlafen und Schlafstörungen. Im Internet bietet die DAK-Gesundheit auch ein umfangreiches Schlaf-Special an: Auf www.dak.de/schlaf gibt es viel Wissenswertes rund um das Thema gesunder Schlaf sowie ein Schlaftagebuch.

 

Die DAK-Gesundheit ist eine der größten Krankenkassen Deutschlands. Sie hat knapp 130.000 Versicherte in Sachsen-Anhalt, davon rund 17.000 im Salzlandkreis.



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