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Nienburg will Klosteranlage für 18 Millionen Euro sanieren


Nordflügel des Schlosses (links) im derzeitigen Zustand und Westflügel nach der Revitalisierung / Die Simulationen wurden vom AADe Atelier für Architektur und Denkmalpflege gefertigt.
Nordflügel des Schlosses (links) im derzeitigen Zustand und Westflügel nach der Revitalisierung / Die Simulationen wurden vom AADe Atelier für Architektur und Denkmalpflege gefertigt.

Die Schloss- und Klosteranlage in Nienburg im Salzlandkreis soll für rund 18 Millionen Euro zu neuem Leben erweckt werden.


Deshalb bewirbt sich die Stadt um Fördermittel beim Bund. Der Eigenanteil von zehn Prozent soll unter anderem durch Spenden aufgebracht werden. Sollten die Fördergelder fließen, dann könnte schon im nächsten Jahr mit der Sanierung begonnen werden. Um für das Projekt Spenden zu sammeln, gibt der aus Wolfen stammende internationale Opernsänger - Bastian Thomas Kohl nächste Woche Sonnabend ein Benefizkonzert in der Nienburger Schlosskirche.

 

Am 13. September 2012 erfolgte der Spatenstich für den Abriss der alten Malzfabrik in Nienburg. Markus Bauer, Bürgermeister von Nienburg war damals zuversichtlich, dass das alte Gemäuer noch im Jahr 2012 abgerissen ist. Jedoch hatte es schließlich etwas länger gedauert. Die Kosten für die Förderfähigkeit des Abrisses betrug eine dreiviertel Million Euro, wovon die Stadt Nienburg einen Anteil von 25% trägt.

 

Mit Eingang des Zuwendungsbescheid des Landes musste der Abriss und die Entsorgung des kontaminierten Bodens finanziert werden. Seit Jahren war die Malzfabrik Wind und Wetter ausgesetzt, eine akute Gefahr für die Umwelt durch Schadstoffe aus der Behandlung des Saatgutes. Nach dem Abriss entstand hier zunächst eine Grünfläche, unter der alten Malzfabrik das historische Klostergelände. Einst stand hier eines der reichsten Klöster und später das Schloss. Abgerissen wurde jedoch nur die Fabrik, die Reste des Schlosses blieben stehen.

Bastian Thomas Kohl weckt am Sa., den 30. März 2019, in der Nienburger Schloßkirche den Frühling International bekannter Opernsänger gibt Benefizkonzert zugunsten des Schloß- und Klosterkomplexes.

 

Treffender kann die Ortswahl für das Ausrichten eines Benefizkonzertes wohl kaum sein, wenn dessen Erlös der geplanten Revitalisierung des Nienburger Schloß- und Klosterkomplexes zugutekommen soll. Und das aus zwei Gründen: Bietet die dem historischen Gebäudekomplex zugehörige Schloßkirche als eine der großen gotischen Hallenkirchen in Anhalt doch eine einzigartige Atmosphäre, welche allein die Besucher bereits in ihren Bann zieht, kommt dazu die außergewöhnliche Akustik des Gotteshauses, die den stimmgewaltigen Bass des international bekannten Opernsängers Bastian Thomas Kohl optimal hervorheben wird.

 

Bastian Thomas Kohl, 1987 in Wolfen geboren, studierte klassischen Gesang an der Hochschule für Musik & Theater in Leipzig sowie an der Universität für Musik und darstellende Kunst in Wien. Bereits im Alter von 19 Jahren gastierte er zusammen mit dem Gewandhausorchester in großen europäischen Konzerthäusern. Die vergangenen drei Jahre war er am Opernhaus Zürich fest engagiert, das mehrfach zur besten Oper der Welt gekürt wurde. 2019 gibt er sein „Salzburg-Debüt“ und gastiert unter anderem an der „Berliner Philharmonie.“

 

Und nun ist es gelungen, Bastian Thomas Kohl für einen guten Zweck nach Nienburg (Saale) zu holen. Ausrichter des Benefizkonzertes ist die Kulturstiftung Bernburg. Unterstützt wird sie von der Stadt Nienburg (Saale) und der evangelischen Kirchengemeinde St. Johannis und St. Marien. Sie alle sind interessiert daran, dem Schloß- und Klosterkomplex wieder Leben einzuhauchen. Dazu hat sich die Stadt Nienburg (Saale) am Projektaufruf des Bundes beteiligt, um Mittel aus dem Programm zur Förderung von Investitionen in nationale Projekte des Städtebaus zu erhalten. Der Konzerterlös soll in den von der Stadt aufzubringenden Eigenanteil fließen.

 

Oberster Anspruch des Projektes zur Revitalisierung des Schloß- und Klosterkomplexes ist die nachhaltige Verbindung traditioneller und innovativer Architektur. Mit diesem Ansatz soll der wechselvollen Geschichte des über 1000 Jahre alten Gebäudeensembles, die in Mitteldeutschland ihresgleichen sucht, die ihr zustehende Beachtung geschenkt werden.

 

Einst zu Missionarszwecken im Harz gegründet, wurde die dortige Benediktinerabtei 975 nach Nienburg verlegt. In den Stand eines Reichsklosters erhoben, entwickelte sie sich zu einem der wohlhabendsten Klöster der Region. Trotz des späteren Verlustes der Reichsanbindung blieb das Nienburger Kloster immer ein Zentrum der Kultur, der Bildung und der Wirtschaft. Mit der Abtretung des Klosters an die anhaltinischen Fürsten begann seine Nutzung als Schloß und Witwensitz. Später wurde es an Industrielle verkauft, die es im ausgehenden 19. Jahrhundert zunächst als Reisstärke- und später als Malzfabrik nutzen. Erst mit dem Zerfall der DDR wurde der industriellen Nutzung ein Ende gesetzt, die Malzfabrik abgerissen. Erstmals, seit zwei Jahrhunderten, war nun der Blick in den historischen Klosterinnenhof für die Öffentlichkeit wieder möglich. Mit der Wiederherstellung des Schloßensembles würde dem kulturellen und gesellschaftlichen Leben in Nienburg (Saale) ein identitätsstiftender Glanzpunkt zurückgegeben werden.

 

Neben dem stadtbildprägenden und dem kulturellen Aspekt besitzt der Komplex eine für ganz Sachsen-Anhalt bedeutsame Strahlkraft. Angestrebt ist eine nachhaltig ausgerichtete Mehrfachnutzung, die u. a. die Errichtung von Verwaltungs-, Lager- und Büroeinheiten vorsieht. Ein hochmodernes Wertgutarchiv soll wie eine Schatzkiste in den Schloßhof gestellt werden und mit der Anbindung an bereits vorhandene Hotspots (Leipzig-Halle, Magdeburg-Cochstedt) als Logistikknoten für Postdrohnen fungieren.

 

Die zu erwartenden Projektkosten belaufen sich gegenwärtig auf etwa 18.000.000,00 EUR. 10 Prozent hiervon muss die Kommune trotz nachweislicher Haushaltsnotlage als Eigenanteil aufbringen. Deshalb hofft die Stadt Nienburg (Saale) am 30. März auf viele Konzertbesucher und wünscht allen Gästen bereits jetzt ein Hörerlebnis der besonderen Klasse.

 

Informationen zum Benefizkonzert

Frühlingserwachen Die linden Lüfte sind erwacht…

Wann? Sonnabend, den 30. März 2019, 16:00 Uhr

Wo? Schloßkirche Nienburg (Saale)

 

Informationen und Kartenverkauf:

Rathaus der Stadt Nienburg (Saale),

Kulturstiftung Bernburg, Friedrichstraße 27,

Kutscherhaus Bernburg, Schloßstraße 16

Kartenpreis: 20,00 €

 

Bustransfer wird eingerichtet:

Hinfahrt: 15:00 Uhr, Rheineplatz Bernburg

Rückfahrt: 18:00 Uhr, Schloßkirche Nienburg (Saale)



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