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Salus veröffentlicht Sonderbericht zu Taleb A.: Zahlreiche Beschwerden und geplante Entlassung – frühere Darstellung wird korrigiert

Bernburg/Magdeburg – Die Salus gGmbH hat einen Sonderbericht zur internen Aufarbeitung des Falls Taleb A. veröffentlicht. Der ehemalige Facharzt für Psychiatrie und Psychotherapie, der im Dezember 2024 den verheerenden Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt verübte, war bis kurz vor der Tat im Maßregelvollzug Bernburg tätig. Der Bericht offenbart nun erstmals das Ausmaß interner Warnsignale – und korrigiert damit frühere Aussagen des Unternehmens.

 

In dem Bericht, der auf der Befragung von 70 Mitarbeitenden sowie der Auswertung von über einer Million interner Dokumente basiert, ist von einer „Vielzahl von Beschwerden“ über Taleb A. die Rede.

 

Diese betrafen sowohl sein fachliches Verhalten als auch zwischenmenschliche Konflikte im Kollegium. Besonders brisant: Bereits vor dem Anschlag habe es konkrete Überlegungen zur Entlassung des Arztes gegeben. Diese Information war bislang nicht öffentlich bekannt.

 

Die Salus gGmbH räumt in dem Bericht ein, dass die bisherigen öffentlichen Darstellungen zur Personalakte von Taleb A. unvollständig gewesen seien. Man habe die internen Hinweise und Beschwerden nun umfassend aufgearbeitet und wolle daraus Konsequenzen für zukünftige Personalprozesse ziehen. Dennoch betont das Unternehmen, dass es keine Hinweise auf eine bevorstehende Radikalisierung oder eine konkrete Gefährdung gegeben habe, die den Anschlag hätten verhindern können.

 

Taleb A., ein aus Saudi-Arabien stammender Mediziner, war seit März 2020 bei Salus beschäftigt. Am 20. Dezember 2024 verübte er mit einem Fahrzeug einen Anschlag auf den Magdeburger Weihnachtsmarkt, bei dem sechs Menschen getötet und über 320 verletzt wurden.

 

Die Veröffentlichung des Sonderberichts ist Teil der transparenten Aufarbeitung des tragischen Vorfalls. Die Salus gGmbH kündigte an, die internen Kontrollmechanismen weiter zu schärfen und die Kommunikation innerhalb der Belegschaft zu verbessern. Ziel sei es, künftig schneller auf Warnsignale reagieren zu können.

 

Die vollständige Fassung des Sonderberichts ist hier auf der Website der Salus gGmbH einsehbar.

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