Grund sind die langanhaltend schwierigen Marktbedingungen – insbesondere hohe Verarbeitungskosten und niedrige Rohstoffpreise, die die Wirtschaftlichkeit der Standorte massiv untergraben haben.
Bernburg, 22. Juli 2025 – Ein industrieller Eckpfeiler der Region fällt weg: Die Veolia Umweltservice GmbH gibt bekannt, dass ihre Kunststoffrecyclingwerke MultiPet und Multiport GmbH in Bernburg zum Jahresende 2025 endgültig schließen werden. Grund sind die langanhaltend schwierigen Marktbedingungen – insbesondere hohe Verarbeitungskosten und niedrige Rohstoffpreise, die die Wirtschaftlichkeit der Standorte massiv untergraben haben.
🏭 Bernburg verliert einen Recycling-Giganten
Mit einer jährlichen Verarbeitungskapazität von rund 70.000 Tonnen HDPE- und PET-Kunststoffen gehörten die Werke in Bernburg zu den bedeutendsten in Europa. Seit Jahrzehnten belieferten sie Kunden in ganz Europa und waren Teil der Veolia-Gruppe seit 2017. 122 Mitarbeitende sind unmittelbar von der Schließung betroffen – Veolia kündigt Unterstützung und interne Jobvermittlungsmaßnahmen an.
🗣️ „Kein wirtschaftlicher Betrieb mehr möglich“, sagt Veolia-Chef
Guido Adomßent, CEO von Veolia Umweltservice, erklärt: „Die Kosten für die Aufbereitung von Kunststoffabfällen steigen, während die Preise für Primärkunststoffe sinken – unter diesen Bedingungen ist kein rentabler Betrieb mehr möglich.“
♻️ Verlagerung ins Ausland – aber das Bekenntnis zur Kreislaufwirtschaft bleibt
Die Materialströme aus Deutschland sollen künftig an andere Veolia-Standorte in Frankreich und den Niederlanden gehen. Zudem plant Veolia, sein PET-Recyclinggeschäft in Skandinavien und der Schweiz weiter auszubauen und setzt auf digitale Innovationen und stärkere Kooperationen mit Kommunen und Industrie.
🔍 Was bleibt – und was geht?
Während die Sortierung, Vorbehandlung und der Handel mit Kunststoffen laut Adomßent weiterhin zum Kern der Unternehmensstrategie gehören, endet in Bernburg ein Kapitel industrieller Recyclinggeschichte.
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