Crüchern, Juli 2025 – Wo einst Mühlsteine rotierten, fließt heute Wein: Die Mühle Crüchern hat sich zu einem besonderen Ort für Genuss, Begegnung und regionale Kultur entwickelt. Am vergangenen Wochenende luden Maryia Teßner und Frank Teßner zu ihrem ersten großen Sommerabend-Event „Wine & Sunset Beats“ – und wurden von hunderten Gästen überrascht, die den Weg zur Mühle fanden, um bei Musik, Sonnenuntergang und selbst produziertem Wein zu feiern.
🏡 Von der Mühle zum Weinberg – eine persönliche Geschichte
Maryia Teßner und Frank Teßner sind keine klassischen Winzer. Die Mühle Crüchern entdeckten sie 2018 über eine Internetanzeige – nach jahrelanger Suche nach einem passenden Grundstück. Die Entscheidung, einen Weinberg anzulegen, fiel 2020. „Wir arbeiten beide in der Landwirtschaft und wollten etwas Eigenes schaffen, das zu uns passt“, erzählt Frank Teßner. Heute bewirtschaften sie über 800 Rebstöcke mit drei verschiedenen Rebsorten – und das mit viel Herzblut und Lernbereitschaft.
Die ersten Jahre waren geprägt von Experimenten, Rückschlägen und viel Recherche. Unterstützung bekamen sie von befreundeten Winzern und durch zahllose Internetvideos. „Man wächst da rein“, sagt Maryia Teßner. Doch der Weg war nicht einfach: Im April 2024 zerstörte ein Spätfrost rund 70 % der Reben. Trotz Feuerstellen und Schutzmaßnahmen war die Ernte stark beeinträchtigt. Dennoch konnten sie im letzten Jahr zwischen 600 und 1.100 Kilogramm Trauben lesen – was etwa 600 Flaschen Wein ergab.
🍇 Vom Hobby zum Produkt – mit rechtlichem Feinschliff
Der Weg zum eigenen Wein ist in Deutschland streng geregelt. Für jede Fläche, auf der Wein kommerziell angebaut wird, müssen sogenannte Rebrechte bei der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung beantragt werden. Diese Hürde haben Maryia und Frank gemeistert – und dürfen ihren Wein nun offiziell verkaufen. Die Verarbeitung übernimmt das Weingut Gaudig in Burgwerben bei Weißenfels, das auch auf den Flaschen genannt wird.
🎶 „Wine & Sunset Beats“ – Ein Fest für alle Sinne
Die Idee zum Event entstand spontan: „Wir haben hier oben auf der Mühle traumhafte Sonnenuntergänge“, sagt Maryia Teßner. „Da lag es nahe, Wein und Musik zu verbinden.“ So wurde „Wine & Sunset Beats“ geboren – ein Sommerabend mit DJ, entspannter Atmosphäre und lokalem Wein. Die Resonanz war überwältigend: Hunderte Gäste aus Bernburg, Magdeburg und den umliegenden Dörfern kamen, viele durch Mundpropaganda, WhatsApp-Statusmeldungen und lokale Online-Plattformen.
„Wir waren völlig überrascht von der Menge und der positiven Rückmeldung“, sagt Frank Teßner. „Viele haben gesagt: Bitte macht weiter!“ Der Wein war am Ende des Abends fast vollständig vergriffen – nicht nur durch Verkauf, sondern auch als liebevoll verschenktes Präsent. „Es ist für uns auch eine Art Visitenkarte“, erklärt Maryia. „Die Leute sollen wissen, dass wir hier mit Leidenschaft arbeiten.“
🔮 Und wie geht’s weiter?
Noch ist nichts Konkretes geplant, aber Ideen gibt es viele. Im Herbst steht die nächste Ernte an, möglicherweise gibt es dann auch einen Jungwein oder Glühwein zur Adventszeit. Eine Teilnahme an der Federweißer-Verkostung der Hochschule ist ebenfalls angedacht. „Wenn wir die Kraft und Zeit haben, wollen wir auf jeden Fall weitere Veranstaltungen machen“, sagt Frank Teßner.
🏠 Leben in der Mühle – rund und charmant
Maryia und Frank wohnen selbst in der Mühle – ein rundes Zuhause mit Charakter. Zwar sind keine Mühlenteile mehr erhalten, doch der Charme des Gebäudes bleibt. „Man kann Möbel ganz normal stellen – solange sie nicht zu hoch sind“, lacht Maryia. Neben dem Weinberg wachsen auch Obstbäume auf dem Gelände. Weitere Projekte sind noch offen – aber die Mühle Crüchern bleibt ein Ort mit viel Potenzial.
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