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Bernburgs vergessene Autosattlerei: Ein Ort, der wieder träumen darf

📍 Bernburg, den 26.08.2025 - Wer an der Gröbziger Straße entlanggeht, spürt es: Hier liegt etwas in der Luft. Zwischen bröckelndem Putz und rostigen Toren flüstert die Vergangenheit – und vielleicht auch ein leiser Ruf nach Zukunft.

 

Die alte Autosattlerei, einst ein Ort voller Leben und Handwerk, steht seit Jahren still. Ihr Anblick erzählt von Vergänglichkeit, von verpassten Chancen. Doch nun scheint sich etwas zu regen. Das Gelände wird erneut angeboten – und mit ihm die Hoffnung, dass aus Stillstand wieder Bewegung wird.

 

🏚️ Ein Ort mit Geschichte und Charakter Die beiden Grundstücke an der Gröbziger Straße 2 bilden wirtschaftlich eine Einheit. Auf dem größeren Teil steht ein Betriebsgebäude aus der Zeit um 1900 – ein zweigeschossiger, unterkellerter Bürotrakt, eine Werkstatt, Garagen und Anbauten mit über 2.600 Quadratmetern Bruttogrundfläche. Die Substanz ist gezeichnet von Jahrzehnten des Leerstands, der Sanierungsbedarf ist erheblich. Auch das kleinere Grundstück, bebaut mit zwei Garagen, trägt die Spuren der Zeit. Seit den 1990er Jahren liegt die Nutzung brach.

 

🌿 Erinnerungen, die weiterleben wollen Gegründet wurde die Autosattlerei 1958 von Gustav Kiesel und Udo Seefeldt als Sattlereigenossenschaft. In den 60er und 70er Jahren wurde erweitert, modernisiert, ein Sozialgebäude errichtet. Die Produktionszahlen waren beeindruckend: 22.000 Autositzschoner für den Trabant, Fahrradsatteldecken, Markisenstoffe – gefertigt von 91 Mitarbeitenden, darunter 64 Frauen. Die Werkhallen waren erfüllt von Fleiß, Stolz und Gemeinschaft.

 

💡 Ein Ort, der wieder Bedeutung bekommen kann Heute steht das Gelände still. Doch wer die Geschichte kennt, erkennt: Hier steckt mehr als nur Beton und Backstein. Hier steckt Identität. Vielleicht wird dieser Ort bald wieder mit Leben gefüllt – nicht mit Maschinen, sondern mit Menschen, mit Ideen, mit neuen Geschichten.

 

📍 Bernburgs Herz schlägt weiter Die alte Autosattlerei ist mehr als nur ein Bauwerk. Sie ist ein Symbol – für Wandel, für Hoffnung, für die Kraft, Neues zu wagen. Vielleicht wird hier bald nicht mehr nur Geschichte bewahrt, sondern Zukunft gebaut.

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