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SOS für das Capitol – Jetzt handeln, bevor das Licht ausgeht

Archivbild bbglive 2010 - Marijke Amado zur Playbackshow im Capitol Kino
Archivbild bbglive 2010 - Marijke Amado zur Playbackshow im Capitol Kino

Bernburg, 27. August 2025 – Das Capitol Kino in der Auguststraße steht vor einer ungewissen Zukunft. Was einst als architektonisches Glanzstück im Stil des Art Déco eröffnet wurde, droht heute, trotz technischer Modernisierung und kultureller Bedeutung, seine Türen für immer zu schließen. Die Betreiber Gonnie van de Merwe und Maik Erdmann richten einen dringenden Hilferuf an die Öffentlichkeit: Das Capitol braucht Unterstützung – jetzt.

 

Seit seiner Eröffnung am 14. November 1927 ist das Capitol ein Ort der Begegnung, der Emotionen und der kulturellen Vielfalt. Damals verfolgten 560 Gäste den Film „Der Meister von Nürnberg“, begleitet von einem zwölfköpfigen Hausorchester. Errichtet von Ottomar Tschakert, entwickelte sich das Kino über Jahrzehnte hinweg zu einem festen Bestandteil des städtischen Lebens.

 

Besondere Veranstaltungen wie die Playbackshow mit Marijke Amado im Jahr 2010, bei der Kinder zwischen zwei und zwölf Jahren ihre Lieblingsstars imitierten, oder der Besuch einer Delegation des niederländischen Fußballclubs Ajax Amsterdam zum WM-Spiel gegen Brasilien, zeigen die Vielseitigkeit des Hauses. Das Capitol war nie nur Kino – es war Bühne, Treffpunkt und kulturelles Herzstück.

 

2012 investierte die Familie van de Merwe rund 250.000 Euro in die umfassende Modernisierung des Kinos. Neue NEC-Projektoren mit bis zu 144 Bildern pro Sekunde, eine Silberleinwand für brillante 3D-Darstellungen, Dolby Surround 7.1 Sound, neue Sitze und Beleuchtung sowie 3.500 3D-Brillen sorgten für ein Kinoerlebnis auf höchstem Niveau. Ein Teil der Investitionen wurde durch Förderprogramme des Landes Sachsen-Anhalt und der FFA unterstützt – der Großteil jedoch stammt aus privatem Engagement.

 

Doch trotz dieser Bemühungen steht das Capitol heute vor existenziellen Herausforderungen. Die Probleme, mit denen das Kino kämpft, sind kein Einzelfall – sie betreffen die gesamte Branche:

  • Streaming-Dienste wie Netflix und Disney+ verdrängen das klassische Kinoerlebnis.

  • Die Besucherzahlen sind seit Jahren rückläufig – 2024 wurden in Deutschland rund 30 % weniger Tickets verkauft als vor der Pandemie.

  • Steigende Energiekosten und Inflation belasten die Betriebskosten massiv.

  • Viele Menschen schränken ihr Freizeitbudget ein, ein Kinobesuch wird zur Ausnahme.

  • Die Filmvielfalt leidet: Kreative Mid-Budget-Produktionen verschwinden, Franchise-Fortsetzungen dominieren.

  • Die Nachwirkungen der Pandemie und Hollywood-Streiks führen zu einem Mangel an neuen Filmen.

„Das Capitol ist ein Ort der Erinnerung, der Begegnung und der kulturellen Identität unserer Stadt“, sagt Gonnie van de Merwe. „Wir brauchen jetzt die Unterstützung der Menschen, die diesen Ort lieben.“

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