· 

Stadt Bernburg bleibt bei Social Media zurückhaltend – Halberstadt als Vorbild für digitale Stadtkommunikation

Bernburg, den 03.09.2025 - Während fast alle Städte in Sachsen-Anhalt soziale Medien wie Facebook, Instagram, YouTube oder TikTok für ihre Öffentlichkeitsarbeit nutzen, verzichtet die Stadt Bernburg (Saale) bislang bewusst auf offizielle Social-Media-Kanäle. Grund dafür ist die weiterhin unklare Rechtslage im Hinblick auf Datenschutz und die gemeinsame Verantwortlichkeit zwischen Kommune und Plattformbetreibern.

 

Der Landesbeauftragte für den Datenschutz Sachsen-Anhalt verweist auf laufende Gerichtsverfahren, deren Ausgang maßgeblich dafür sein wird, ob Kommunen Social Media künftig datenschutzkonform betreiben können. Bis dahin empfiehlt er, Social-Media-Plattformen nicht als alleinigen Informationskanal zu nutzen und datenschutzfreundliche Alternativen wie Mastodon zu prüfen.

 

Oberbürgermeisterin Dr. Silvia Ristow erklärt:

„Datenschutz ist für uns kein Nebenthema, sondern eine gesetzliche Verpflichtung. Solange wir nicht sicherstellen können, dass die Daten unserer Bürgerinnen und Bürger geschützt sind, werden wir keine offiziellen Social-Media-Auftritte starten.“

Halberstadt: 15 Jahre Erfahrung mit Social Media

Die Stadt Halberstadt setzt seit 2010 auf Social Media als Marketing- und Kommunikationsinstrument. Dort ist Social Media fester Bestandteil der Stadtkommunikation – mit klaren Strukturen, rechtlicher Absicherung und messbarem Erfolg.

 

Fragen und Antworten der Stadt Halberstadt:

  1. Seit wann nutzt die Stadt Halberstadt soziale Medien? → Seit 2010 als festes Marketing- und Kommunikationsinstrument.

  2. Wie hat sich die Stadt rechtlich abgesichert? → Durch eine interne Dienstanweisung für Mitarbeitende, die sich an Urheber- und Bildrecht orientiert. Auf der Website werden die genutzten Plattformen transparent benannt, inklusive Datenschutzhinweisen.

  3. Wie viele Menschen betreuen die Kanäle und in welcher Position? → Anfangs eine Person für Internet, Intranet und Social Media. Heute eine Hauptverantwortliche im Stadtmarketing, unterstützt von Redakteuren aus Fachbereichen und Praktikanten.

  4. Was genau macht wer? → Hauptverantwortliche koordiniert Inhalte und Planung. Redakteure erstellen Inhalte für ihre Themen. Community-Management überwiegend durch die Hauptverantwortliche.

  5. Wie ist das Feedback aus Verwaltung und Bürgerschaft? → Überwiegend positiv: schnelle Information, direkter Dialog, stärkere Identifikation mit der Stadt. Besonders beliebt: aktuelle Hinweise, Veranstaltungsankündigungen, interaktive Formate.

  6. Empfehlung an andere Kommunen? → Ja, unbedingt – mit klarer Strategie, kontinuierlichem Content und professionellem Community-Management.

  7. Rat an Bernburg für den Sachsen-Anhalt-Tag: → Frühzeitige Kommunikation, einheitliches visuelles Branding, interaktive Formate (Livestreams, Umfragen, Mitmachaktionen), Einbindung lokaler Partner, Live-Berichterstattung während des Events und gezielte Nachbereitung.

 

Bernburg prüft Alternativen

Bernburg setzt derzeit auf klassische Kanäle wie die städtische Website, Pressemitteilungen, Printmedien und direkte Bürgerdialoge. Parallel wird geprüft, ob datenschutzfreundlichere Plattformen oder hybride Kommunikationsstrategien in Zukunft infrage kommen.

Das könnte Sie auch interessieren: