BERNBURG/AS. Der Auslöser der Kamera wird nicht mehr betätigt werden, die Blende bleibt für immer geschlossen. Lothar Semlin, der sein Leben lang der Fotografie mit
Freude verbunden war, wird keine Fotos mehr schießen. Er starb am 3. September 2025 nach einer Herzoperation im Alter von 74 Jahren. Seine Frau Elfi, seine Kinder
Mandy und Frank sowie seine fünf Enkelkinder sind in tiefer Trauer über den Verlust.
Der gebürtige Erfurter ist weit über die Stadtgrenzen Bernburgs bekannt. Schon von weiterem hat man ihn an seinem unverkennbaren Gang erkannt, wenn er durch die Stadt
schlenderte oder auf Heimatfesten und Sportplätzen unterwegs war.
Als Redakteur, erst bei der Mitteldeutschen Zeitung und später beim Wochenspiegel, hatte er viele Begegnungen und wurde von den Gesprächspartnern geschätzt.
Dabei war eigentlich daran gedacht worden, dass er 1990 als Fotograf zur Lokalredaktion stoßen sollte. Doch als er aus Halle, dem Hauptsitz der Zeitung, zurückkam, war
er als Redakteur eingestellt worden. Er selbst war davon nicht minder überrascht wie seine Kollegen. Denn Schreiben, das sagte er von sich selbst, lag ihm weit
weniger, als das Fotografieren. Eine der großen Stärken von Lothar Semlin war es, eben auch zuzugeben, wenn er etwas nicht so gut konnte, wie das Fotografieren.
Ehrlichkeit, Loyalität und Zurückhaltung waren weitere Stärken. Und vor allem, menschlich zu bleiben, was ihm viele Sympathien und auch Achtung einbrachte.
Das Handwerk Fotografie beherrschte Lothar Semlin perfekt. Denn 1990 war es tatsächlich noch ein Handwerk - Smartphones und Digitalkameras waren da noch in weiter
Ferne. Also musste man schon die richtigen Einstellungen beim analogen Fotografieren wissen, um dann beim Entwickeln des Fotos auch etwas Druckbares zu haben. Das
konnte Lothar Semlin, der vor allem sich einen Namen als Sportfotograf machte. Später engagierte er sich beim Seniorenkolleg der Hochschule Anhalt, zu der er immer
einen guten Draht hatte.
Ein Jahr war seine Zeit bei der Lokalredaktion, bevor er zur Wochenzeitung „Wochenspiegel“ wechselte. Hier arbeitete er bis 2014. Dann ging er in Rente.
Lothar Semlin war 1974 nach Bernburg gezogen. Hier bauten der studierte Elektrotechniker und seine Frau Elfi, die er zwei Jahre zuvor kennengelernt hatte, ihr Leben
auf. Er arbeitete bei Spiegelchemie in Bernburg, bis er zur Zeitung kam.
Durch seine Fotos hat Lothar Semlin seine Fußstapfen hinterlassen, die immer an ihn erinnern werden. Es ist traurig, dass keine weiteren hinzukommen.
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