
In dieser Woche beginnt an der Außenstelle der Hochschule Anhalt in Almaty das erste Wintersemester. 52 Bachelorstudierende nehmen ihr Studium im Studiengang Elektro- und Informationstechnik auf.
„Die Hochschule Anhalt gehört zu den 40 internationalen Hochschulen, die in Kasachstan tätig sind. Sie ist die einzige deutsche Hochschule, die eine eigenständige Lehrlizenz erhalten hat. Dadurch haben wir die Möglichkeit, den Studierenden vor Ort eine Ausbildung anzubieten, bei der sie sowohl einen deutschen als auch einen kasachischen Abschluss erwerben können. Zudem haben sie die Chance, Teile ihres Studiums in Deutschland zu absolvieren“, so Hochschulpräsident Professor Jörg Bagdahn.
Die Studierenden absolvieren ein achtsemestriges Bachelorstudium, das mit einem „Foundation“ Jahr beginnt. Dieses vermittelt sprachliche und fachliche Grundlagen und bereits erste Fachmodule, bevor die Ausbildung nach den Curricula der Hochschule Anhalt fortgesetzt wird. Unterrichtssprache ist Englisch, ergänzt durch umfangreiche Deutschangebote.
An der Außenstelle der Hochschule lehren zu Beginn deutsche Dozenten. Bereits im vergangenen Jahr hatten sich die ersten kasachischen Lehrkräfte an der Hochschule Anhalt weitergebildet, um künftig schrittweise in die Lehre einzusteigen. So entsteht eine nachhaltige gemeinsame Lehrbasis. Die Kosten für das Studium werden vollständig von der kasachischen Regierung getragen. Anlässlich des Semesterauftakts begrüßten Vertreterinnen und Vertreter aus Politik und Wissenschaft die Studierenden und ihre Familien. Neben einer Fragerunde bestand Gelegenheit zum Austausch, bevor die neuen Studierenden die Labore und ihre zukünftigen Lernräume besichtigten.
Im Jahr 2023 exportierte Deutschland Waren im Wert von etwa 2,2 Milliarden US-Dollar nach Kasachstan. Gleichzeitig importierte es Waren im Wert von etwa 0,5 Milliarden US-Dollar aus Kasachstan. Damit ist Deutschland der viertwichtigste Handelspartner Kasachstans. Die deutschen Direktinvestitionen in Kasachstan erreichten im Jahr 2023 mit 712 Millionen Euro ein neues Rekordniveau. Derzeit sind in Kasachstan etwa 300 deutsche Unternehmen tätig, was die Stärke der Wirtschaftspartnerschaft unterstreicht.
Für die Umsetzung vor Ort verantwortlich sind Professor Eduard Siemens, Leiter der Außenstelle und Professor für Kommunikationsnetze, sowie Veronika Kirova, die die Aktivitäten koordiniert. Eduard Siemens unterstrich die Bedeutung des Projekts: „Für die erfolgreiche Fortführung dieser Kooperationen sind gut ausgebildete Fachkräfte unerlässlich. Sie stärken die wirtschaftliche und wissenschaftliche Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern. Die Partnerschaft trägt damit wesentlich zur weiteren Vertiefung der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Beziehungen bei.“
