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Bürgergeld und soziale Gerechtigkeit: Einblicke aus dem Jobcenter Salzlandkreis

Von Lutz Altrock

Bernburg, 19. September 2025 – Thomas Holz ist nicht nur Behördenleiter, sondern auch ein Mensch mit klarer Haltung und einem aktiven Lebensstil. „Ich verschiebe meine Vorhaben nicht auf die Rente – ich lebe jetzt“, sagt er mit einem Lächeln. Seine Freizeit verbringt er am liebsten wandernd, reisend oder im Kreis seiner Freunde. Besonders gern zieht es ihn auf den Rennsteig – eine 180 Kilometer lange Wanderung, die er bereits einmal absolviert hat und irgendwann „noch mal andersrum“ gehen möchte. Für ihn ist das keine verrückte Idee, sondern ein Ausdruck von Entschleunigung und Erdung.

 

Geboren in Rostock, verwurzelt in Mitteldeutschland – Holz bezeichnet die Region als seine Heimat. „Es müssen nicht die Seychellen oder Malediven sein. Ich finde Glück in der Nähe, in Bewegung und Begegnung.“ Auch Städte wie Dresden oder Potsdam besucht er gern – nicht als Tourist, sondern als neugieriger Beobachter gesellschaftlicher Entwicklungen.

 

🎯 Verantwortung mit Rückgrat – auch wenn’s unbequem wird Als Leiter des Jobcenters trägt Holz Verantwortung für Mitarbeitende, Verwaltung und vor allem für die Menschen, die Unterstützung suchen. „Natürlich gibt es Entscheidungen, die nicht jedem gefallen. Und ja, manchmal steht meine Unterschrift unter einem Bescheid, der abgelehnt wurde.“ Das sei nicht immer leicht. „Ich habe schon Nächte gehabt, in denen ich über Fälle nachgedacht habe. Gerade wenn man weiß, dass dahinter echte Schicksale stehen.“ Doch Holz bleibt klar: „Gerechtigkeit heißt nicht, es allen recht zu machen – sondern nach bestem Wissen und Gewissen zu handeln.“

 

Im exklusiven Interview mit Thomas Holz, dem langjährigen Leiter des Jobcenters Salzlandkreis, wird deutlich: Hinter den Zahlen und Paragraphen stehen Menschen mit Hoffnungen, Kämpfen – und dem Wunsch nach einem besseren Leben. Wie gerecht ist das Bürgergeld wirklich? Und wie gelingt soziale Teilhabe in einer Zeit wachsender Herausforderungen?

 

🎙️ „Ich fiebere mit denen mit, die kämpfen“ Thomas Holz spricht mit spürbarer Leidenschaft über seine Arbeit. Mit über 350 Mitarbeitenden an vier Standorten betreut das Jobcenter rund 15.000 Leistungsberechtigte. „Wir sehen jeden Fall individuell. Unser Ziel ist es, Menschen aus der Hilfebedürftigkeit in Arbeit und Ausbildung zu bringen“, betont Holz. Dabei geht es nicht nur um Zahlen, sondern um Lebenswege – und manchmal auch um schlaflose Nächte.

 

🌍 Vielfalt als Chance – nicht als Problem Rund 20 % der erwerbsfähigen Leistungsberechtigten im Salzlandkreis haben keinen deutschen Pass. Holz sieht darin keine Belastung, sondern eine Realität, die professionell gemeistert werden muss. „Ob Ukrainer, Syrer oder Afghanen – wir behandeln alle nach dem gleichen Maßstab des Sozialgesetzbuches II.“ Sprachförderung und Qualifizierung seien zentrale Bausteine für Integration und Teilhabe.

 

⚖️ Gerechtigkeit im Fokus – auch bei Vermögensprüfungen In sozialen Netzwerken kursieren Vorwürfe, ausländische Bürgergeldempfänger würden bevorzugt. Holz widerspricht entschieden: „Wir prüfen Vermögen nach einheitlichen Maßstäben – auch im Ausland. Unsere Mitarbeitenden haben ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsempfinden.“ Die Herausforderungen seien groß, aber lösbar – mit kluger Bundespolitik und klaren Verwaltungsstrukturen.

 

💬 „Arbeit verlängert das Leben“ Besonders eindringlich wird Holz, wenn er über die langfristigen Folgen von Arbeitslosigkeit spricht:

„Statistisch leben Menschen in Sozialleistungen fast vier Jahre kürzer. Wer arbeitet, lebt länger und besser. Das treibt mich an.“ Für ihn ist das Bürgergeld nicht nur eine finanzielle Leistung, sondern ein Auftrag zur sozialen Beteiligung.

 

📈 Fazit: Mehr als Verwaltung – ein Beitrag zur Gesellschaft Das Interview mit Thomas Holz zeigt: Das Jobcenter Salzlandkreis ist mehr als eine Behörde. Es ist ein Ort, an dem soziale Gerechtigkeit täglich neu verhandelt wird – mit Empathie, Professionalität und dem festen Willen, Menschen zu stärken.

 

🔍 Ausblick auf den nächsten Teil unserer Serie: Im zweiten Teil unserer Interviewreihe mit Thomas Holz, Leiter des Jobcenters Salzlandkreis, geht es um die Gerechtigkeit und Finanzierung des Bürgergeldes. Holz betont, dass Bürgergeld nicht nur junge Menschen in Notlagen betrifft, sondern zunehmend auch ältere Menschen mit prekären Erwerbsbiografien. Besonders betroffen seien Frauen, Alleinerziehende und Menschen mit Migrationshintergrund. Holz liefert klare Zahlen zur Verteilung, spricht über Verwaltungskosten, die Rolle von Sanktionen und die Wirkung des „Jobturbo“-Programms. Integration brauche Zeit, individuelle Förderung und realistische Erwartungen.

 

🔜 Nächste Serie: 📅 17. Oktober 📌 Thema: ,,Jobcenter Salzlandkreis: Zwischen Hilfe und Hoffnung - Das Bürgergeld im Spiegel der Gesellschaft“