Grüchern, 29. September 2025 – Nach dem erfolgreichen Auftakt im Juli mit „Wein in Sunset Beats“ lud Familie Teßner am vergangenen Wochenende erneut zur Federweißer-Verkostung auf den Mühlberg ein – und bewies, dass Weinbau in Sachsen-Anhalt nicht nur möglich, sondern auch genussvoll ist.
Die zweite Veranstaltung rund um den selbstgeernteten Wein verlief ruhiger als die Premiere, doch keineswegs weniger herzlich. Rund 200 Gäste fanden den Weg zur Mühle, genossen den jungen Federweißer und tauschten sich mit den Winzern über Sorten, Ernte und Ausbau aus. „Das Wetter war wechselhaft, die Einladung kurzfristig – aber die Stimmung war wunderbar“, resümiert die Gastgeberin.
Die diesjährige Weinlese ist fast abgeschlossen. Aus rund zwei Tonnen Trauben entstehen etwa 2000 Flaschen Wein – ein beachtliches Ergebnis für das junge Weingut. Angebaut werden Bacchus, Riesling und Dornfelder. Daraus entstehen ein sortenreiner Bacchus sowie ein Rotling aus Riesling und Dornfelder. Für das kommende Jahr sind sogar vier Weine geplant, darunter ein trockener Riesling und ein Dornfelder-Rotwein, möglicherweise barriquegereift.
Besonders charmant: Die Weinlese ist ein Gemeinschaftsprojekt. Besucher der ersten Veranstaltung meldeten sich freiwillig zur Lese – und kamen tatsächlich. „Andere schauen abends Fernsehen, wir schneiden Trauben“, lacht die Gastgeberin. Die Trauben werden morgens geerntet und zum Winzer Patrick Gaudig nach Kriechau bei Weißenfels gebracht, wo sie fachgerecht verarbeitet werden.
Ab 2026 öffnet der Mühlberg offiziell als Straußwirtschaft – eine traditionelle Form der Winzer-Gastronomie. Von Mai bis September soll es vier Veranstaltungen geben, mit Musik, kleinen Speisen und natürlich dem hauseigenen Wein. „Das Konzept entwickeln wir im Winter. Aber der 1. Mai ist gesetzt – vielleicht feiern wir gleich das ganze Wochenende“, so Familie Teßner.
Maryia Teßner und ihr Mann haben hier etwas Besonderes geschaffen: Mit viel Herzblut, Handarbeit und Unterstützung aus der Nachbarschaft entsteht auf dem Mühlberg Wein aus Bacchus, Riesling und Dornfelder – angebaut, gelesen und gefeiert direkt vor Ort. „Wir wollten nicht nur Wein machen, sondern einen Ort der Begegnung schaffen“, erzählt Maryia Teßner im Gespräch. „Die Resonanz zeigt uns, dass das gelingt.“
Der Mühlberg bleibt ein Ort der Ruhe, der Begegnung und des Genusses. Wer vorbeikommt, trifft nicht nur auf Rehe und Füchse, sondern auf Menschen, die ihre Leidenschaft für Wein mit anderen teilen möchten.
