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Vom Indianerdorf zum Tipi-Dorf – Bernburg belebt alte Traditionen mit neuen Ideen

Bernburg, 16. Oktober 2025 – Ein Stück DDR-Geschichte kehrt zurück: Das beliebte Ausflugsziel „Indianerdorf“, das einst Generationen von Familien in Bernburg begeisterte, erlebt ein modernes Comeback – als „Tipi-Dorf“ in den Bildungswelten der St. Johannis GmbH am Krummacher Ring.

 

„Wir möchten einen Ort schaffen, der Erinnerungen weckt und gleichzeitig neue Impulse setzt“, sagt Projektleiterin Isabel Felgenträger. „Viele verbinden mit dem früheren Indianerdorf schöne Momente – genau daran möchten wir anknüpfen.“ Das neue Konzept verbindet historische Perspektiven mit pädagogischen und kulturellen Angeboten für Kinder, Familien und Bildungseinrichtungen.

 

Erlebniswelt mit pädagogischem Anspruch

Das neue „Tipi-Dorf“ soll bis zum Sachsen-Anhalt-Tag 2026 fertiggestellt sein. Geplant sind zwei große und zwei kleine Zelte, ein Totempfahl, ein Bachlauf, eine Feuerstelle und eine Steppenlandschaft. Dank eines einstimmig genehmigten Zuschusses von knapp 5.000 Euro durch den Hauptausschuss des Stadtrates kann der Aufbau beginnen.

 

Neben Einblicken in die Lebensweise indigener Völker Nordamerikas stehen auch kreative Mitmachangebote auf dem Programm: Trommelbau, Traumfänger basteln und Rollenspiele mit rund 20 Kostümen laden Kinder zum Eintauchen in eine andere Welt ein – auch bei schlechtem Wetter.

 

Sensibler Umgang mit kultureller Darstellung

Die Namensgebung des Projekts sorgte im Vorfeld für Diskussionen. Die Stadtverwaltung bat darum, den Begriff „Indianerdorf“ im Förderantrag zu vermeiden, da er als überholt und stereotypefördernd gilt. Stattdessen wurde die Bezeichnung „Tipi-Dorf“ gewählt, um einen respektvollen und reflektierten Zugang zur Vielfalt indigener Kulturen zu ermöglichen.

 

„Wir möchten Geschichte erlebbar machen, ohne Klischees zu bedienen“, betont Isabel Felgenträger. „Das Tipi-Dorf soll ein Ort sein, der Gemeinschaft stärkt und kulturelle Bildung fördert.“

 

Ausblick und Beteiligung

Die St. Johannis GmbH plant, das Angebot schrittweise auszubauen – je nach Resonanz und finanziellen Möglichkeiten. Perspektivisch sind auch öffentliche Besuchstage an Wochenenden geplant. Für den weiteren Ausbau werden noch Sponsoren gesucht.

 

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