Bernburg, den 30.10.2025 - Seit dem 1. Oktober ist Stephanie Schönau neue Dezernentin für Kultur und Soziales der Stadt Bernburg. Die 39-Jährige lebt mit ihrer Familie in Baalberge und bringt umfangreiche Verwaltungserfahrung mit – zuletzt war sie in Köthen tätig, wo sie bereits ein vergleichbares Dezernat verantwortete.
„Ich bin nicht der Typ, der mit fertigen Konzepten kommt und sofort alles umkrempeln will“, sagt Schönau. Vielmehr gehe es ihr darum, die Mitarbeitenden kennenzulernen, Strukturen zu verstehen und die Themen zu identifizieren, die aktuell bewegen. „Ich möchte die Erwartungshaltungen aufnehmen und gemeinsam mit den Kolleginnen und Kollegen herausfinden, wo wir stehen und wo wir hinwollen.“
Zu den ersten Aufgaben gehört die Mitarbeit in der Arbeitsgruppe zum Sachsen-Anhalt-Tag 2026. „Das Thema Sicherheit bei Großveranstaltungen ist aktuell eine große Herausforderung für Kommunen“, so Schönau. „Es gibt keine festen Vorgaben, aber das Ziel ist klar: Wir wollen, dass nichts passiert.“
Auch im Kulturbereich zeigt sich die neue Dezernentin beeindruckt: „Es ist bemerkenswert, dass sich die Stadt diese freiwillige Aufgabe leistet und so viele kulturelle Facetten anbietet – vom Weinmarkt über das Rosenfest bis hin zum Rathaussturm.“ Die Zusammenarbeit mit der Bernburger Freizeit GmbH und den kommunalen Strukturen sei dabei ebenso wichtig wie die Vielfalt der Genres, die bespielt werden.
Ein Thema, das Schönau aus ihrer Zeit in Köthen kennt, ist die Nutzung von Social Media in der kommunalen Öffentlichkeitsarbeit – ein Bereich, in dem Bernburg bislang nicht aktiv ist. „Social Media ist aus der heutigen Welt nicht mehr wegzudenken“, sagt sie. „Aber es lohnt sich auch nicht, Kanäle zu betreiben, wenn man sie nicht pflegt. Es braucht personelle Ressourcen und rechtliche Klarheit.“ Warum Bernburg sich bislang dagegen entschieden hat, könne sie noch nicht beurteilen. „Das Thema hat sicher einen Hintergrund, den ich mir noch erschließen muss.“
Im Bereich Kinder und Jugend steht Schönau noch am Anfang ihrer Bestandsaufnahme. Zwei der 14 Kindertageseinrichtungen hat sie bereits besucht, weitere sollen folgen. „Was ich bislang gesehen habe, ist sehr positiv. Die Einrichtungen sind in einem guten Zustand, und das ist nicht selbstverständlich.“
Ein besonderes Augenmerk legt sie auf das Startchancen-Programm, das Schulen und Schulträger enger zusammenbringen soll. „Das Programm ist finanziell gut ausgestattet und bietet Chancen – aber es erfordert auch neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Stadt und Schule.“
Für die kommenden Monate hat sich Stephanie Schönau vorgenommen, sich einen umfassenden Überblick zu verschaffen und gemeinsam mit den Amtsleitungen Prioritäten zu setzen. „Ich sage immer: Leben in der Lage. Erst wenn man die Lage kennt, kann man gestalten.“
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