Salzlandkreis. Die Zukunft der Ameos-Kliniken im Salzlandkreis bleibt ungewiss. Während im Landkreis Anhalt-Bitterfeld das Helios-Klinikum Zerbst kurz vor der Schließung stand, wächst auch in Aschersleben, Bernburg, Schönebeck und Staßfurt die Sorge um die medizinische Versorgung. Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne (SPD) bestätigte ein Krisentreffen in der Staatskanzlei, bei dem mögliche Klinikschließungen Thema waren.
Parallel dazu ist ein jahrelanger Rechtsstreit zwischen dem Salzlandkreis und dem Schweizer Klinikkonzern Ameos endgültig beendet. Der Bundesgerichtshof (BGH) wies die Beschwerde des Unternehmens gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Naumburg zurück. Damit steht fest: Ameos muss eine hohe Nachzahlung im Zusammenhang mit dem Erwerb der Salzland-Kliniken leisten.
13 Jahre nach der Privatisierung der Häuser in Bernburg, Schönebeck und Staßfurt erhält der Kreis damit Rechtssicherheit. Die Richter bestätigten die Auffassung der Vorinstanzen, wonach der Kaufpreis nachträglich angepasst werden muss, da Ameos bestimmte Vertragsauflagen nicht erfüllt hat. Landrat Markus Bauer sprach von einem „bedeutenden Erfolg für den Salzlandkreis“. Die fällige Summe im mehrstelligen Millionenbereich werde vollständig dem Kreishaushalt zugutekommen.
Der Konflikt geht auf den Verkauf der defizitären Kliniken im Jahr 2012 zurück. Über die genaue Höhe der Nachzahlung äußerten sich die Beteiligten bislang nicht. Nach Angaben der Kreisverwaltung laufen zudem weitere Verfahren gegen Ameos, die Fragen der Abrechnung und vertragliche Nebenpflichten betreffen.
Ob die stationäre Versorgung in den Ameos-Häusern auch im Jahr 2026 gesichert ist, bleibt offen. Der Konzern verweist auf laufende Verfahren und gibt keine Auskunft. Grimm-Benne betonte im Landtag, die wirtschaftliche Lage vieler Krankenhäuser sei angespannt.
Viele Menschen im Salzlandkreis warten nun gespannt, ob nach Zerbst auch hier Klinikschließungen drohen – oder ob die Häuser trotz finanzieller Konflikte erhalten bleiben.
