Bernburg/Ilberstedt. – Am 19. November 2025 überreichten Roland Halang und Stefan Germer aus Bernburg dem Ministerpräsidenten des Landes Sachsen-Anhalt, Dr. Reiner Haseloff, eine großformatige Bronzeplastik des Knecht Ruprecht. Mit der Übergabe verbanden die Initiatoren den Wunsch, dass die Figur künftig einen würdigen Platz in der Staatskanzlei findet.
Die Gestalt des Knecht Ruprecht geht auf die Legende des Kölbigker Tanzwunders zurück, deren 1.000-Jahr-Feier im Jahr 2021 in Ilberstedt begangen wurde. Das Tanzwunder von Kölbigk gilt als kulturhistorisch herausragendes Ereignis des Landes Sachsen-Anhalt und ist unter anderem in der mittelalterlichen Weltenzyklopädie „Speculum maius“ des Vinzenz von Beauvais überliefert. Aus dieser Tradition entwickelte sich über die Jahrhunderte die Sagengestalt des Knecht Ruprecht, der als Begleiter des Heiligen Nikolaus und „Kinderschreck“ Eingang in die deutsche Märchen- und Sagenwelt fand.
Die Bronzeplastik misst rund 50 Zentimeter in der Höhe, wiegt 27 Kilogramm und besitzt einen Herstellungswert von etwa 3.000 Euro. Sie entstand in der Bildgießerei Barth in Rinteln. Die künstlerische Konzeption und fachliche Begleitung lagen bei Stefan Germer, während die Initiative und Finanzierung von Roland Halang übernommen wurden. Die Auflage ist streng limitiert: maximal 20 Exemplare, von denen bislang 13 gefertigt wurden.
Halang, ehemaliger Landrat in Bernburg und langjähriger Bürgermeister von Ilberstedt, engagiert sich seit 1994 für die Revitalisierung des Kölbigker Tanzwunders und die Pflege der Knecht-Ruprecht-Tradition. Seit 2005 steht er dem Heimatverein Ilberstedt vor, der sich bis heute um die Belebung dieser Überlieferung verdient macht.
Die kulturhistorische Bedeutung der Figur wird durch zahlreiche Unterlagen belegt, darunter eine Urkunde des Patentamtes, ein Zertifikat zur Bronzeplastik sowie wissenschaftliche Darstellungen. Schon die Brüder Grimm, Ludwig Bechstein und andere Sammler von Märchen und Legenden widmeten sich der Verbreitung der Geschichte.


