Bernburg, 11. Dezember 2025 – Die umfassende Erneuerung des denkmalgeschützten Kurhauses in Bernburg kommt langsamer voran als geplant. Während eines Rundgangs mit dem Bauausschuss informierte Architekt Volker Seidl darüber, dass sowohl der Zeitplan als auch das Budget der laufenden Baumaßnahmen nicht mehr eingehalten werden können.
Die Stadt Bernburg, seit dem 1. Juli 2019 Eigentümerin des historischen Jugendstilgebäudes, hatte die dringend notwendigen Sanierungsarbeiten im Sommer 2024 gestartet. Ursprünglich war vorgesehen, die rund 11 Millionen Euro teuren Maßnahmen bis August 2026 abzuschließen. Doch mehrere Handwerksbetriebe haben sich in den vergangenen Monaten von der Baustelle zurückgezogen, was Neuvergaben, organisatorische Umplanungen und Verzögerungen im Bauablauf zur Folge hatte. Steigende Materialpreise und kurzfristige Ersatzvergaben führen zusätzlich zu erheblichen Mehrkosten.
Die Sanierung umfasst nicht nur bauliche Erneuerungen, sondern auch eine umfassende technische Modernisierung des Kurhauses. Dazu zählen Verbesserungen im Brandschutz, die Wiederherstellung der Nutzbarkeit von Emporen und Balkon, neue Licht- und Tontechnik im Bühnenbereich sowie die Erneuerung von Dach, Fassade, Heizungs- und Elektroanlagen. Ziel ist es, das Gebäude sowohl funktional als auch denkmalgerecht für die kommenden Jahrzehnte zu sichern.
Finanziert wird das Projekt durch Städtebaufördermittel aus den Programmen „Soziale Stadt“ und „Sozialer Zusammenhalt“, die gemeinsam von Bund, Land Sachsen-Anhalt und der Stadt Bernburg bereitgestellt werden. Diese Unterstützung ist entscheidend, um das Kurhaus als kulturelles Erbe zu erhalten und zugleich an moderne Anforderungen anzupassen.
Die Verzögerungen wirken sich auch auf den Kulturbetrieb aus: Der geplante Start der Theaterspielzeit 2026/27 im Kurhaus kann nicht wie vorgesehen stattfinden. Die Stadtverwaltung prüft derzeit alternative Spielorte, um Veranstaltungen weiterhin ermöglichen zu können.
Trotz der Herausforderungen schreitet die denkmalgerechte Restaurierung voran. Architekt Seidl stellte dem Bauausschuss die geplante neue Farbgestaltung der Außenfassade vor, die sich an historischen Befunden orientiert und das ursprüngliche Erscheinungsbild des Kurhauses wieder stärker hervorheben soll. Die finale Abstimmung erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der Denkmalpflege.
Die Stadt Bernburg bittet die Bürgerinnen und Bürger um Verständnis für die Verzögerungen. Sie zeigt sich zuversichtlich, dass die umfassenden Maßnahmen nicht nur die Funktionalität des Kurhauses verbessern, sondern auch seine historische Schönheit für zukünftige Generationen bewahren werden.
