Trotz Kälte: Neujahrsglühen auf dem Mühlberg lockt Hunderte nach Crüchern
Crüchern. Klare Winterluft und frostige Temperaturen prägten den Sonnabend – und dennoch zog das Neujahrsglühen auf dem Mühlberg zahlreiche Besucher an. Ab 15 Uhr füllte sich der Platz rund um die ehemalieg Mühle der Weinmanufaktur Teßner, wo hausgemachter Winzerglühwein für Wärme und eine gemütliche Atmosphäre sorgte.
Viele Gäste nutzten den Nachmittag für einen Spaziergang durch die ruhige Landschaft rund um Crüchern, bevor sie sich am Feuer stärkten. „Das neue Jahr darf gern entspannt beginnen – und genau das spürt man heute“, sagte Gastgeberin Maryia Teßner zufrieden.
Weinlese 2025 erzielt rund zwei Tonnen Trauben
Für die junge Weinmanufaktur war das Neujahrsglühen zugleich ein Ausblick auf ein ereignisreiches Jahr. Die Weinlese 2025 erzielte rund zwei Tonnen Trauben – genug für etwa 2000 Flaschen Wein. Angebaut werden Bacchus, Riesling und Dornfelder. Daraus entstehen ein sortenreiner Bacchus sowie ein Rotling aus Riesling und Dornfelder. Für 2026 sind sogar vier Weine geplant, darunter ein trockener Riesling und ein Dornfelder-Rotwein, möglicherweise barriquegereift.
Besonders bemerkenswert: Die Lese ist ein echtes Gemeinschaftsprojekt. Besucher früherer Veranstaltungen hatten sich freiwillig gemeldet – und hielten Wort. „Andere schauen abends Fernsehen, wir schneiden Trauben“, sagt Teßner lachend. Die frisch geernteten Trauben werden morgens nach Kriechau bei Weißenfels gebracht, wo Winzer Patrick Gaudig sie weiterverarbeitet.
Erste Straußwirtschaft im Salzlandkreis öffnet am 1. Mai 2026
Ein weiterer Meilenstein steht bereits fest: Am 1. Mai 2026 eröffnet auf dem Mühlberg die erste Straußwirtschaft im gesamten Salzlandkreis. Von Mai bis September sollen vier Veranstaltungen stattfinden – mit Musik, kleinen Speisen und natürlich den Weinen vom Mühlberg. „Das Konzept entwickeln wir im Winter. Aber der 1. Mai ist gesetzt – vielleicht feiern wir gleich das ganze Wochenende“, kündigt Familie Teßner an.
Ein Ort der Begegnung – und der Ruhe
Was Maryia Teßner und ihr Mann in den vergangenen Jahren aufgebaut haben, ist mehr als ein kleines Weingut. Mit viel Herzblut, Handarbeit und Unterstützung aus der Nachbarschaft entsteht hier ein Ort, an dem Wein nicht nur angebaut, sondern gemeinsam erlebt wird. „Wir wollten nicht nur Wein machen, sondern einen Ort der Begegnung schaffen. Die Resonanz zeigt uns, dass das gelingt“, sagt Teßner.
Der Mühlberg bleibt damit ein besonderer Platz: ein Stück Natur, an dem Rehe und Füchse ebenso zu Hause sind wie Menschen, die ihre Leidenschaft für Wein teilen möchten. Und ein Ort, an dem selbst ohne Schneedecke echte Winterstimmung aufkommt.
