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Waldauer Kirche: Vom Sanierungsfall zum touristischen Anziehungspunkt

Bernburg, 21. Januar 2026 – Die Arbeiten am Teilabriss der Waldauer Kirche gehen in die entscheidende Phase. Nach der erteilten Genehmigung wird das historische Gebäude Schritt für Schritt in eine gesicherte Ruine überführt. Damit verfolgt die Stadt Bernburg das Ziel, das stark geschädigte Bauwerk zu erhalten, Gefahren zu beseitigen und zugleich eine neue touristische Attraktion zu schaffen.

 

Seit dem Abtragen der Turmspitze hat sich das Erscheinungsbild der Kirche im Ortsteil Waldau deutlich verändert. Derzeit entfernen die Fachkräfte der Firma Scholz aus Halle weitere lose Bauteile von Turm und Kirchenschiff. Die Arbeiten erfolgen Stein für Stein, unterstützt durch einen Krankorb und unter strengen Sicherheitsvorgaben.

 

„Mit der Genehmigung zur Umwandlung in eine gesicherte Ruine können wir die Arbeiten wie vorgesehen fortsetzen“, erklärt Wirtschaftsdezernent Holger Dittrich. Die Maßnahmen seien notwendig, um akute Gefahren durch die marode Bausubstanz abzuwenden und gleichzeitig die historische Struktur so weit wie möglich zu bewahren.

Nächste Schritte: Von der Sicherung zur touristischen Nutzung

 

Die aktuell laufenden Arbeiten dienen ausschließlich der Gefahrenabwehr. Sie umfassen das Abtragen loser und einsturzgefährdeter Bauteile. Die eigentliche bauliche Umsetzung der „Gesicherten Ruine“ beginnt erst nach weiteren Genehmigungen.

 

Die geplante Sicherung orientiert sich am Vorbild der Bernburger Klosterruine: stabilisierte Mauern, ein dauerhaft gesicherter Bestand und die Möglichkeit, das Areal künftig für Veranstaltungen zu öffnen.

 

Darüber hinaus plant die Stadt eine stimmungsvolle Außenbeleuchtung, die die Ruine in den Abendstunden sichtbar macht und zu einem markanten Blickpunkt in der Talstadt werden lässt. Nach Abschluss der Sicherungsarbeiten – voraussichtlich 2026/2027 – soll das Grundstück ausgeschrieben werden. Interessierte müssen ein Nutzungskonzept vorlegen und können gegebenenfalls zusätzliche Fördermittel beantragen.

 

Hintergrund und Beschlusslage

  • 2014 erwarb die Stadt Bernburg das Kirchengrundstück im Rahmen einer Zwangsversteigerung.
  • 2016 wurden Fördermittel für eine Variantenuntersuchung bewilligt, die 2018 durchgeführt wurde.
  • 2019 beschloss der Stadtrat ein umfassendes Sanierungs- und Nutzungskonzept.
  • Aufgrund massiver Bauschäden erwies sich eine Vollsanierung später als wirtschaftlich nicht tragfähig.
  • Der Stadtrat entschied sich daher mit 33 Stimmen für das Projekt „Gesicherte Ruine“ – als Alternative zum Totalverlust.
  • Ursprünglich standen 800.000 Euro Fördermittel für 2023/2024 bereit.
  • Neue Untersuchungen beziffern die Kosten inzwischen auf 1,5 Millionen Euro, zudem besteht akuter Handlungsbedarf.

 

Mit der Umwandlung der Waldauer Kirche in eine gesicherte Ruine verbindet die Stadt Bernburg Denkmalschutz, Sicherheit und Stadtentwicklung – und schafft zugleich einen neuen Ort, der Geschichte erlebbar macht und das touristische Profil der Talstadt stärkt.