Angersdorf/Preußlitz. In Sachsen‑Anhalt nimmt der Aufbau eines künftigen Wasserstoffnetzes weiter Gestalt an. Die ONTRAS Gastransport GmbH mit Sitz in Leipzig plant den Neubau einer rund 34 Kilometer langen Wasserstoffleitung zwischen Angersdorf (Gemeinde Teutschenthal) und Preußlitz (Stadt Bernburg). Das Genehmigungsverfahren soll im Frühjahr 2026 starten, der Baubeginn ist ab 2027 vorgesehen.
Um Bürgerinnen und Bürger frühzeitig einzubeziehen, lädt ONTRAS zu zwei Informationsveranstaltungen in der Region ein. Die Infomärkte finden statt:
Löbejün, 3. März 2026, 17–19 Uhr
Saal der Stadthalle Löbejün, Kämnitz 1, 06193 Wettin-Löbejün OT Löbejün
Salzmünde, 4. März 2026, 17–19 Uhr
Versammlungsraum am Sport- und Freizeitzentrum Salzmünde, Sportlerweg 4, 06198 Salzatal OT Salzmünde
Mitarbeitende des Unternehmens stellen dort das Projekt vor und beantworten Fragen. Eine Anmeldung ist nicht erforderlich.
Teil des mitteldeutschen Wasserstoffnetzes
Der Leitungsneubau ist ein zentraler Baustein des ONTRAS‑H2‑Startnetzes und gehört zum europäischen IPCEI‑Projekt Green Octopus Mitteldeutschland (GO!). Die Leitung soll künftig Wasserstoff aus dem mitteldeutschen Raum über Sachsen‑Anhalt bis nach Niedersachsen transportieren. Damit wird eine Verbindung zwischen dem Chemiedreieck, den Metropolregionen Halle‑Leipzig und Magdeburg, dem Helmstedter Revier sowie der Stahlregion Salzgitter geschaffen.
Trassenplanung entlang bestehender Infrastruktur
Die geplante Leitung verläuft von Angersdorf nach Preußlitz und quert dabei die Landkreise Saalekreis, Salzlandkreis und Anhalt‑Bitterfeld. Entlang der Strecke sollen zudem Armaturen‑ und Molchstationen entstehen, die für spätere Wartungs- und Inspektionsarbeiten notwendig sind.
Nach Angaben von ONTRAS orientiert sich die Trassenplanung am sogenannten Bündelungsgrundsatz: Wo möglich, wird parallel zu bestehenden Leitungen gebaut, um Eingriffe in Natur und Landschaft zu minimieren. Umweltfachliche, raumordnerische und bautechnische Aspekte fließen in die laufende Planung ein.
Zeitplan bis zum Baubeginn
Auf Grundlage einer Machbarkeitsstudie werden derzeit Vorzugs- und Alternativtrassen detailliert ausgearbeitet. Parallel bereitet ONTRAS das Planfeststellungsverfahren vor, dessen Einreichung für das Frühjahr 2026 vorgesehen ist. Nach aktuellem Stand soll der Bau der Leitung im Jahr 2027 beginnen.
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