· 

Weichenstellung für modernes Schwimmen in Bernburg

Die Stadt Bernburg (Saale) bereitet grundlegende Entscheidungen zur Zukunft der städtischen Bäderlandschaft vor. Anlass sind die zunehmenden technischen Probleme der 52 Jahre alten Schwimmhalle auf der „Alten Bibel“, deren Reparaturaufwand in den vergangenen Jahren stetig gestiegen ist. Die Halle wurde 1998 zuletzt umfassend saniert, doch inzwischen häufen sich Schäden an Becken, Technik und Gebäudestruktur. Zuletzt musste unter anderem die Treppe im Nichtschwimmerbereich instand gesetzt werden. Die Stadtverwaltung betont, dass der laufende Betrieb nur noch mit erheblichem Aufwand aufrechterhalten werden kann und eine langfristige Lösung notwendig ist, um das Schwimmangebot für Schulen, Vereine und die Öffentlichkeit zu sichern.

 

Im Rahmen der Beratungen zum Einsatz des Infrastruktur-Sondervermögens des Bundes wurde erstmals öffentlich, dass ein Ersatzneubau nicht zwingend am bisherigen Standort entstehen soll. Ein Neubau an anderer Stelle könnte bessere Erweiterungsmöglichkeiten, eine modernere technische Planung und eine günstigere verkehrliche Anbindung bieten. Gleichzeitig würde ein Neubau im laufenden Betrieb der alten Halle erhebliche Einschränkungen vermeiden, da die bestehende Schwimmhalle bis zur Fertigstellung weiter genutzt werden könnte.

 

Neben einer Neubauoption könnte auch eine weitere Möglichkeit in den Fokus rücken: der Umbau und Ausbau des Erlebnisbades „Saaleperle“. Das Bad verfügt bereits über ein beheiztes Innenbecken, das über einen Schwimmkanal mit dem Außenbereich verbunden ist. Diese vorhandene Struktur eröffnet die Chance, das Erlebnisbad zu einem ganzjährig nutzbaren Kombibad weiterzuentwickeln. Denkbar wäre die Ergänzung eines Sportbeckens für Schulen und Vereine, eines Lehrschwimmbeckens für Kurse sowie zusätzlicher Technik- und Funktionsbereiche. Auch eine bauliche Integration oder Überdachung des Außenbereichs könnte geprüft werden, um ein wetterunabhängiges Angebot zu schaffen.

 

Ein Ausbau der „Saaleperle“ könnte wirtschaftliche Vorteile bieten, da bestehende Infrastruktur genutzt und Betriebskosten durch Synergien reduziert werden könnten. Zudem wären die Schließzeiten für die Bevölkerung geringer, da die Schwimmhalle auf der „Alten Bibel“ bis zur Fertigstellung eines erweiterten Kombibades weiter betrieben werden könnte.

 

Welche der beiden Entwicklungsrichtungen – Neubau oder Ausbau der „Saaleperle“ – langfristig die beste Lösung für Bernburg darstellt, wird maßgeblich von den Ergebnissen dieser Prüfungen abhängen.