Die Stadt Bernburg (Saale) hat den begonnenen Dialog zur kommunalen Wärmeplanung fortgesetzt und die zentralen Ergebnisse des kommunalen Wärmeplans öffentlich vorgestellt. Am Mittwoch, 4. März 2026, informierten sich im Ratssaal rund 50 Teilnehmende über den aktuellen Stand und die weiteren Schritte.
Nach der Erläuterung der Zielsetzung und Bedeutung der kommunalen Wärmeplanung durch das Projektteam von EEB ENERKO und complan Kommunalberatung wurden die wichtigsten Befunde und vorgeschlagene Maßnahmen für Bernburg (Saale) erläutert. Die zentrale Nachricht ist, dass die Stadt sehr gute Potenziale zur Deckung des Wärmebedarfs aus regenerativen Quellen hat. Besonderheiten liegen in dem großen Potential an Flusswärme und industrieller Abwärme. Im Fokus standen zudem Fragen danach, wo der Ausbau von Wärmenetzen wirtschaftlich sinnvoll erscheint und welche grundlegenden Optionen sich für unterschiedliche Stadtbereiche ergeben. Deutlich wurde: Die kommunale Wärmeplanung gibt eine strategische Orientierung, ersetzt aber keine individuelle Beratung und Entscheidung der Eigentümerinnen und Eigentümer.
Zentral waren darüber hinaus die Beiträge der Stadtwerke Bernburg GmbH (SWB), die darstellten, wie sie die Ergebnisse der kommunalen Wärmeplanung in ihre Transformationspläne für die Fernwärmenetze integrieren. So fließen die erhobenen Kennzahlen zur Wärmeliniendichte, zum voraussichtlichen Endenergiebedarf im Jahr 2045 und zu potenziellen Wärmenetzgebieten gezielt in die künftigen Investitionsentscheidungen ein. Bereits heute setzen die Stadtwerke auf einen Technologiemix mit Freiflächen-Solarthermie, der schrittweisen Einbindung grüner Brennstoffe und der Erweiterung der Nutzung industrieller Abwärme als wichtige erneuerbare Wärmequellen.
In der anschließenden Diskussion stand neben fachlichen und technologischen Fragen vor allem die Bezahlbarkeit der künftigen Wärmeversorgung im Mittelpunkt. Vertreterinnen und Vertreter von Stadt und Stadtwerken betonten, dass der Ausbau der Fernwärme wirtschaftlich tragfähig und sozial verträglich erfolgen müsse. Gleichzeitig seien verlässliche Förderprogramme auf Bundesebene entscheidend, um die notwendigen Investitionen in klimafreundliche Wärmelösungen zu ermöglichen.
Die Teilnehmenden nutzten die Gelegenheit, Fragen zu stellen, etwa zur Rolle von Wasserstoff, zu Perspektiven und zur Zukunft des Gasnetzes oder zu Ausbaugeschwindigkeiten der Fernwärme. Dabei wurde deutlich, dass Bernburg (Saale) weiterhin technologieoffen plant und die Stadtwerke den Umbau der Wärmeversorgung schrittweise und in enger Abstimmung mit der Stadtentwicklung vorantreiben wollen.
Die Eckpunkte zum neuen Gebäudemodernisierungsgesetz bringen voraussichtlich zwar mehr Wahlfreiheit bei Heiztechnologien und ändern einzelne Rahmenbedingungen und Fristen, die Zielstellung und Grundbedingungen der Wärmewende aber bleiben weiterhin bestehen, und so wird auch die kommunale Wärmeplanung als strategische Orientierung für lokale Infrastruktur- und Investitionsentscheidungen ihre Bedeutung nicht verlieren und regelmäßig fortgeschrieben.
Der vorläufige Endbericht der kommunalen Wärmeplanung wird in Kürze im Rahmen der Öffentlichkeitsbeteiligung auf der städtischen Webseite bereitgestellt und kann zusätzlich im Rathaus vor Ort eingesehen werden. Er bietet allen Interessierten die Möglichkeit, sich vertieft zu informieren und Anmerkungen einzubringen. Hier geht's zur Öffentlichkeitsbeteiligung.
