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Aufbau eines Stelzenponton für Spundwanderneuerung der Schleuse Bernburg

Bernburg – Seit Anfang der Woche ist das Wasserbauunternehmen Hydro Wacht GmbH & Co. KG in Bernburg mit dem Aufbau eines Stelzenpontons beschäftigt. Auf dieser mobilen Arbeitsplattform wird im nächsten Schritt ein Großbohrkran installiert, der für die anstehenden Spezialtiefbauarbeiten benötigt wird. Das Unternehmen, das seit 2001 am Standort Gerwisch tätig ist, ist auf anspruchsvolle Wasserbauprojekte spezialisiert und bietet innovative, schwimmende Systemlösungen für komplexe technische Einsätze auf Gewässern.

 

Die Maßnahmen stehen im Zusammenhang mit der umfassenden Sanierung der Schleuse Bernburg. Die Anlage bei Saale-km 36,14, errichtet zwischen 1935 und 1938, zählt zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen Schleusen der Region und ist eine von fünf Großschleusen an der Saale. Nach nahezu 90 Jahren Betriebszeit werden nun zentrale Bauwerke erneuert, um die langfristige Betriebssicherheit zu gewährleisten.

 

Erneuerung der Spundwände im oberen Vorhafen

 

Im Fokus der Baumaßnahme steht der obere Vorhafen der Schleuse. Dort werden die Spundwände im Bereich des Einfahrtstrichters vollständig ersetzt. Der Baubeginn ist für Mai 2026 vorgesehen, die Bauzeit beträgt rund 18 Monate. Die Fertigstellung ist für Juli 2027 geplant.

 

Bauherr ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) sowie das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg. Die Ausführung der Bauleistungen erfolgt durch die Arbeitsgemeinschaft Umwelttechnik & Wasserbau Spezialtiefbau GmbH – Hydro Wacht GmbH & Co. KG. Das Auftragsvolumen beläuft sich auf rund 3,6 Millionen Euro.

 

Technisch anspruchsvolle Bauausführung

 

Aufgrund felsiger Bodenverhältnisse im Bereich der geplanten Rammtrasse sind zunächst umfangreiche Bodenaustauschbohrungen erforderlich. Diese dienen dazu, die Voraussetzungen für das Einbringen der neuen Spundwandbohlen zu schaffen.

 

Im Zuge der Bauarbeiten werden die bestehenden, teilweise noch aus der Errichtungszeit der Schleuse stammenden Spundwände durch neue Stahlspundwände ersetzt. Diese werden wasserseitig vor die Bestandskonstruktion eingebracht und durch Verpressanker dauerhaft gesichert.

 

Darüber hinaus umfasst die Maßnahme:

  • die Herstellung von rund 1.400 Tonnen Steinschüttung
  • etwa 1.600 Meter Großbohrungen mit Bodenaustausch
  • die Errichtung von ca. 2.100 Quadratmetern einfach vergurteter Spundwand
  • den Einbau von 72 Einstab-Verpressankern sowie 5 Rundstahlankern
  • die Herstellung von rund 600 Quadratmetern Pflasterfläche
  • den teilweisen Rückbau bestehender Uferwände und technischer Vorhafenausrüstung

 

Ergänzend werden neue Betriebswege mit integrierter Kabelkanalanlage und Drainagesystem hergestellt sowie die technische Ausstattung des Vorhafens modernisiert.

 

Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen wird die Schleuse Bernburg nachhaltig ertüchtigt und für die Anforderungen der kommenden Jahrzehnte im Wasserstraßennetz gesichert.