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Schleuse Bernburg: Neue Spundwände nach 88 Jahren


Die Schleuse Bernburg, eine der fünf Großschleusen an der Saale, steht vor einer umfangreichen Sanierungsmaßnahme. Die Anlage bei Saale-km 36,14 wurde zwischen 1935 und 1938 errichtet und zählt damit zu den ältesten noch in Betrieb befindlichen Schleusen der Region. Nach fast neun Jahrzehnten im Dienst müssen nun zentrale Bauteile erneuert werden, um die Betriebssicherheit langfristig zu gewährleisten.

 

Im Fokus steht der obere Vorhafen: Dort werden die Spundwände im Einfahrtstrichter vollständig ersetzt. Die Arbeiten beginnen im Mai 2026 und sollen rund anderthalb Jahre dauern. Das Bauende ist für Juli 2027 vorgesehen. Bauherr ist die Bundesrepublik Deutschland, vertreten durch die Generaldirektion Wasserstraßen und Schifffahrt (GDWS) sowie das Wasserstraßen-Neubauamt Magdeburg. Die Bauleistungen übernimmt die Arbeitsgemeinschaft Umwelttechnik & Wasserbau Spezialtiefbau GmbH – Hydro Wacht GmbH & Co. KG. Die Auftragssumme liegt bei etwa 3,6 Millionen Euro.

 

Neue Spundwände für mehr Sicherheit

 

Die bestehenden Spundwände stammen teilweise noch aus der Bauzeit der Schleuse. Um die Anlage für die kommenden Jahrzehnte zu ertüchtigen, werden neue Stahlspundwände wasserseitig vor die alten Elemente gerammt und anschließend mit Verpressankern dauerhaft gesichert.

 

Da im Bereich der Rammtrasse felsiger Untergrund ansteht, sind zuvor umfangreiche Bodenaustauschbohrungen erforderlich, um die Rammbarkeit der neuen Bohlen sicherzustellen.

 

Neben den Spundwänden entstehen neue Betriebswege mit integrierter Kabelkanalanlage und Drainage. Auch die Vorhafenausrüstung wird modernisiert. Dazu gehört unter anderem der Rückbau veralteter Uferwände und technischer Einrichtungen.

 

Einschränkungen im Winterbetrieb

 

Für einen Teil der Arbeiten muss die Schleuse zeitweise für den Schiffsverkehr gesperrt werden. Diese Sperrungen sollen ausschließlich in den verkehrsarmen Wintermonaten stattfinden, um die Auswirkungen auf die Binnenschifffahrt so gering wie möglich zu halten.

 Gesamtlageplan Sanierung Spundwände Schleuse Bernburg Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung
Gesamtlageplan Sanierung Spundwände Schleuse Bernburg Quelle: Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung

Bauleistungen im oberen Vorhafen:

  • Herstellung von rund 1.400 Tonnen Steinschüttung
  • Ausführung von etwa 1.600 Metern Großbohrungen mit Bodenaustausch
  • Errichtung von rund 2.100 Quadratmetern einfach vergurteter Spundwand
  • Einbau von 72 Einstab-Verpressankern als Daueranker
  • Einbau von 5 Rundstahlankern
  • Herstellung von rund 600 Quadratmetern Pflasterfläche
  • Teilrückbau bestehender Uferwände und Vorhafenausrüstung

 

Neubau der kompletten Vorhafenausrüstung

 

Die Schleuse Bernburg ist ein wichtiger Bestandteil der Saalewasserstraße und spielt eine zentrale Rolle für die regionale Binnenschifffahrt. Mit der Sanierung wird die Leistungsfähigkeit der Anlage langfristig gesichert. Die Modernisierung gilt als weiterer Schritt, um die Saale als Verkehrsweg zukunftsfähig zu halten.

 

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