Kriminalitätslage bleibt stabil – höhere Aufklärungsquote und intensive Präventionsarbeit prägen das Jahr 2025

Salzlandkreis - Die Polizeiliche Kriminalstatistik (PKS) des Polizeireviers Salzlandkreis für das Jahr 2025 zeigt insgesamt eine stabile Kriminalitätslage bei gleichzeitig spürbaren Erfolgen in der Strafverfolgung und Prävention. Die Zahl der registrierten Straftaten blieb im Vergleich zum Vorjahr nahezu unverändert, während die Aufklärungsquote deutlich gesteigert werden konnte. Parallel setzte das Polizeirevier seine kriminalpräventive Arbeit konsequent fort und erreichte mit zahlreichen Maßnahmen unterschiedliche Zielgruppen im gesamten Landkreis.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik bildet die Grundlage für die Bewertung der Kriminalitätslage und erfasst sämtliche der Polizei bekannt gewordenen Straftaten sowie die hierzu ermittelten Tatverdächtigen. Sie dient nicht nur der Lagebewertung, sondern zugleich der Planung polizeilicher Maßnahmen in den Bereichen Gefahrenabwehr, Strafverfolgung, Prävention und Opferschutz.

Kriminalitätslage im Salzlandkreis weiterhin stabil

Im Jahr 2025 wurden im Zuständigkeitsbereich des Polizeireviers Salzlandkreis insgesamt 11.401 Straftaten registriert. Damit blieb die Gesamtzahl nahezu auf dem Niveau des Vorjahres mit 11.455 Fällen und sank lediglich um 0,47 Prozent.

Von den erfassten Straftaten konnten 6.260 Fälle aufgeklärt werden. Die Aufklärungsquote stieg damit deutlich auf 54,9 Prozent und lag um 3,3 Prozentpunkte über dem Vorjahreswert von 51,6 Prozent. Damit erreichte das Polizeirevier Salzlandkreis die höchste Aufklärungsquote der vergangenen Jahre.

Die Entwicklung zeigt, dass die Polizei trotz unverändert hoher Belastung ihre Ermittlungsarbeit weiter intensivieren und die Aufklärung vieler Straftaten erfolgreich vorantreiben konnte.

Tatverdächtigenzahlen konstant – Rückgang bei jungen Tatverdächtigen

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 4.220 Tatverdächtige ermittelt. Damit blieb die Zahl nahezu unverändert gegenüber dem Vorjahr mit 4.240 Personen. Unter den ermittelten Tatverdächtigen befanden sich 3.046 Männer und 1.174 Frauen.

Leicht rückläufig entwickelte sich die Zahl nichtdeutscher Tatverdächtiger. Deren Anteil sank von 13,7 Prozent im Jahr 2024 auf 12,7 Prozent im Berichtsjahr. Insgesamt wurden 535 nichtdeutsche Tatverdächtige ermittelt.

Besonders hervorzuheben ist der erneut rückläufige Anteil junger Tatverdächtiger. Insgesamt lag der Anteil der unter 21-Jährigen bei 21,6 Prozent.

Von den ermittelten Tatverdächtigen unter 21 Jahren entfielen:

  • 217 auf Kinder unter 14 Jahren,
  • 406 auf Jugendliche zwischen 14 und 18 Jahren sowie
  • 288 auf Heranwachsende zwischen 18 und 21 Jahren.


Insbesondere die Zahl kindlicher Tatverdächtiger ging deutlich zurück. Damit setzt sich ein bereits in den vergangenen Jahren erkennbarer Trend fort.

Rohheitsdelikte weiterhin auf hohem Niveau

Im Bereich der Rohheitsdelikte und Straftaten gegen die persönliche Freiheit wurden insgesamt 2.233 Fälle registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Anstieg um 3,2 Prozent.

Zu dieser Deliktgruppe zählen insbesondere Körperverletzungen, Bedrohungen sowie Raub- und Erpressungsdelikte. Trotz gestiegener Fallzahlen blieb die Aufklärungsquote mit 89,8 Prozent weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Den größten Anteil innerhalb dieses Deliktsbereiches bilden Körperverletzungsdelikte. Insgesamt wurden 1.439 Körperverletzungen erfasst. Darunter befanden sich 1.031 Fälle einfacher Körperverletzung sowie 324 gefährliche oder schwere Körperverletzungen.

Auch Bedrohungsdelikte bewegen sich weiterhin auf hohem Niveau. Im Jahr 2025 wurden 539 Fälle registriert.

Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung steigen

Im Bereich der Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung verzeichnete die Polizei einen deutlichen Anstieg der Fallzahlen.

Insgesamt wurden 286 Fälle registriert. Gegenüber dem Vorjahr entspricht dies einem Plus von rund 21 Prozent. Die Aufklärungsquote lag bei 74,8 Prozent.

Die Polizei weist darauf hin, dass dieser Anstieg maßgeblich auf eine zeitweilig veränderte Bearbeitungszuständigkeit innerhalb der Polizeiinspektion Magdeburg zurückzuführen ist.

Ein Schwerpunkt bleibt weiterhin die Bekämpfung von Delikten im Zusammenhang mit Kinder- und Jugendpornografie. Mit insgesamt 105 abgeschlossenen Verfahren bleibt dieser Deliktsbereich auf hohem Niveau, wenngleich ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr festzustellen ist.

Besonders hervorzuheben ist die hohe Ermittlungsqualität in diesem Bereich. Die Aufklärungsquote lag erneut bei nahezu 100 Prozent.

Parallel dazu sank die Zahl der Fälle sexuellen Missbrauchs auf 40 Delikte. Gleichzeitig verbesserte sich die Aufklärungsquote weiter.

Eigentumsdelikte rückläufig – weniger Wohnungseinbrüche

Die Zahl der Diebstahlsdelikte blieb zwar weiterhin hoch, entwickelte sich jedoch rückläufig.

Im Jahr 2025 wurden insgesamt 3.979 Diebstähle registriert und damit drei Prozent weniger als im Vorjahr. Die Aufklärungsquote blieb mit 25,8 Prozent nahezu konstant.

Besonders positiv entwickelte sich der Bereich des Wohnungseinbruchsdiebstahls. Mit 39 Tageswohnungseinbrüchen wurden rund ein Viertel weniger Fälle als 2024 registriert.

Auch weitere Deliktbereiche verzeichneten rückläufige Zahlen:

  • Diebstahl aus Kraftfahrzeugen: 180 Fälle
  • Fahrraddiebstahl: 327 Fälle
  • Diebstahl aus Keller- und Bodenräumen: 207 Fälle


Trotz dieser Entwicklung bewegen sich die Fallzahlen weiterhin auf einem hohen Niveau.

Deutlicher Rückgang bei Betrugs- und Erpressungsdelikten

Positiv entwickelte sich der Bereich der Vermögens- und Fälschungsdelikte.

Die Zahl der Fälle sank um 13,7 Prozent auf 1.297 Delikte. Gleichzeitig stieg die Aufklärungsquote deutlich auf 61,8 Prozent.

Insbesondere Betrugsdelikte gingen stark zurück. Auch Erpressungsdelikte sanken deutlich – von 94 Fällen im Jahr 2024 auf 46 Fälle im Berichtsjahr.

Im Bereich Schockanruf und Enkeltrick registrierte die Polizei ebenfalls sinkende Fallzahlen. Insgesamt entstand dennoch ein Schaden von rund 119.000 Euro.

Viele Delikte scheiterten jedoch bereits im Versuchsstadium.

Die Polizei weist darauf hin, dass sich seit dem Jahr 2025 die statistische Erfassung bestimmter Auslandstaten verändert hat. Viele digital begangene Betrugsdelikte werden inzwischen gesondert in einer Auslandsstatistik erfasst.

Weniger Rauschgiftdelikte – Anstieg bei Brand- und Sprengstoffdelikten

Im Bereich der Betäubungsmittelkriminalität wurden 350 Fälle festgestellt und damit 109 weniger als im Vorjahr.

Die Aufklärungsquote stieg auf 88,3 Prozent.

Demgegenüber entwickelte sich die Zahl der Brandstiftungen besorgniserregend. Mit 100 Fällen wurde mehr als eine Verdoppelung gegenüber 2024 festgestellt.

Besondere Aufmerksamkeit erlangten dabei Brandserien in Bernburg und Staßfurt.

Auch Verstöße gegen das Sprengstoffgesetz nahmen deutlich zu. Insgesamt wurden 27 Fälle registriert – mehr als doppelt so viele wie im Vorjahr.

Als Ursache nennt die Polizei verstärkte Kontrollmaßnahmen sowie den zunehmenden Besitz illegaler pyrotechnischer Erzeugnisse.

Prävention als tragende Säule der Polizeiarbeit

Neben repressiven Maßnahmen blieb die Kriminalprävention ein wesentlicher Schwerpunkt der Polizeiarbeit.

Im Jahr 2025 führte das Polizeirevier Salzlandkreis insgesamt 2.839 Präventionsmaßnahmen und Beratungen durch.

Dazu gehörten:

  • 106 Gewaltpräventionsveranstaltungen mit 2.694 Teilnehmenden,
  • 49 Veranstaltungen zur Prävention sexueller Gewalt mit 4.426 Kindern,
  • 29 Veranstaltungen des Projektes „Nein heißt Nein“ mit 586 Kindern,
  • 752 Maßnahmen zur Stärkung des Sicherheitsgefühls,
  • Seniorenschutzprogramme sowie
  • intensive Beratungs- und Betreuungsangebote im Opferschutz.


Insgesamt wurden 1.514 Personen individuell beraten und betreut.

Herausragende Ermittlungsverfahren

Das Sicherheitsbild des Jahres 2025 wurde darüber hinaus durch mehrere schwerwiegende Straftaten geprägt, die teilweise noch nicht Bestandteil der statistischen Erfassung sind.

Hierzu zählen unter anderem:

  • ein versuchter Totschlag in Förderstedt,
  • ein Tötungsdelikt an einem Säugling in Ilberstedt sowie
  • die Entdeckung einer groß angelegten Cannabisplantage in Cochstedt.


Diese Verfahren verdeutlichen die Bandbreite kriminalpolizeilicher Arbeit und zeigen zugleich die hohe Ermittlungsintensität der Sicherheitsbehörden im Salzlandkreis.

Fazit: Die Polizeiliche Kriminalstatistik 2025 zeigt eine insgesamt stabile Sicherheitslage im Salzlandkreis. Während die Gesamtkriminalität weitgehend konstant blieb, konnten insbesondere bei der Aufklärung von Straftaten, der Bekämpfung von Betrugsdelikten sowie im Bereich der Prävention deutliche Fortschritte erzielt werden.

Gleichzeitig machen Entwicklungen wie der Anstieg von Sexualdelikten, Brandstiftungen und Sprengstoffverstößen deutlich, dass Kriminalitätsbekämpfung weiterhin eine anspruchsvolle und dynamische Aufgabe bleibt.

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