Kassel/Staßfurt. Die K+S Gruppe baut ihr europäisches Salzgeschäft weiter aus. Der Kasseler Salz- und Düngemittelhersteller hat eine Vereinbarung zur Übernahme des Salzgeschäfts des polnischen Chemieunternehmens Qemetica unterzeichnet. Bestandteil der Transaktion sind die Siedesalzstandorte in Staßfurt (Sachsen-Anhalt) und Janikowo (Polen) sowie die dazugehörigen Verwaltungseinheiten.
Mit der Übernahme erweitert K+S sein Angebot insbesondere im Bereich hochwertiger Salzspezialitäten. Die beiden Standorte produzieren unter anderem Salzprodukte für die Wasserenthärtung sowie für die Lebensmittelindustrie. Gleichzeitig stärkt das Unternehmen seine Marktposition in Mittel- und Osteuropa und erschließt sich zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten.
Der vereinbarte Kaufpreis beträgt 350 Millionen Euro. Hinzu kann eine erfolgsabhängige Prämie von bis zu 30 Millionen Euro kommen. Die bisherige Qemetica-Salzsparte beschäftigte im Jahr 2025 rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der Umsatz lag bei etwa 125 Millionen Euro, das operative Ergebnis (EBITDA) bei knapp 50 Millionen Euro.
„Die Übernahme bietet uns eine hervorragende Möglichkeit, unser Salzgeschäft in Europa weiter auszubauen“, erklärt K+S-Vorstandsvorsitzender Dr. Christian H. Meyer. Die neuen Standorte ergänzten das bestehende Portfolio ideal und eröffneten zusätzliche Perspektiven in wichtigen Wachstumsmärkten.
Auch Qemetica sieht die Zukunft des Geschäfts positiv. Vorstandsvorsitzender Kamil Majczak betont, dass das Salzgeschäft in gute Hände übergeben werde. Gleichzeitig könne sich das Unternehmen künftig stärker auf neue strategische Geschäftsfelder konzentrieren, insbesondere auf die Energierückgewinnung aus Abfällen.
Für den Standort Staßfurt bedeutet die geplante Übernahme eine langfristige Perspektive innerhalb eines international tätigen Konzerns. Die Beschäftigten sollen nach Abschluss der Transaktion Teil der K+S-Gruppe werden.
Der Abschluss der Übernahme wird nach den erforderlichen behördlichen Genehmigungen für das erste Quartal 2027 erwartet. K+S plant die Finanzierung über verschiedene Finanzierungs- und Kapitalmarktinstrumente, kann nach eigenen Angaben jedoch auch auf bestehende Liquidität und zugesagte Kreditlinien zurückgreifen.
Mit rund 11.000 Beschäftigten weltweit zählt K+S zu den führenden Anbietern von Salz- und Düngemittelprodukten. Das Unternehmen betreibt Produktionsstätten auf zwei Kontinenten und beliefert Kunden in zahlreichen Ländern.
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