Vor 30 Jahren aus der Taufe gehoben, hat das Historische Erntefest in Bernburg-Strenzfeld Tradition. Es ist als Besuchermagnet aus dem Veranstaltungskalender der Saalestadt nicht mehr wegzudenken. Und genau aus diesem Grund feiert die Hochschule Anhalt den runden Geburtstag gemeinsam mit der in Strenzfeld ebenfalls ansässigen Landesanstalt für Landwirtschaft und Gartenbau Sachsen-Anhalt (LLG) als Mitveranstalter noch größer als sonst. Auf dem Hof des Internationalen Pflanzenbauzentrums der DLG (IPZ) haben die Gastgeber sich im Jubiläumsfahr etliche Jubiläums-Schmankerl einfallen lassen.
Die Vorbereitungen laufen auf Hochtouren. Sabine Thalmann, Leiterin der Verwaltung der Hochschule Anhalt trägt die Gesamtverantwortung. Sie sagt: „Unsere Traditionshöhepunkte – ob Traktoren- und Pferdepflügen, Schlepperparade und Erntekorse, Tierpräsentationen und Kinderareal, Märchenscheune werden natürlich auf der Jubiläumsveranstaltung nicht fehlen. Darüber hinaus war es uns aber sehr wichtig, zum Geburtstag neue bisher noch nie da gewesene vor allem historisch mit der Landwirtschaft verbundene Höhepunkte zu organisieren.“
So können Besucherinnen und Besucher erstmals erleben, wie historische Dampfpflüge funktionieren. Schwere Dampfmaschinen werden dafür aus Baden Württemberg von der Hochschule Hohenheim nach Strenzfeld gebracht, um Ackerflächen umzubrechen. Das Besondere an diesem Verfahren ist, dass die tonnenschweren Maschinen während der Arbeit stationär an den gegenüberliegenden Feldrändern stehen und einen Pflug per Seilzug hin- und herziehen. Da sie das Feld selbst nicht befahren, wird im Gegensatz zum Einsatz moderner Traktoren eine Verdichtung des Bodens effektiv verhindert Ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts kam dieses Verfahren zum Einsatz, meist genutzt in Großbetrieben und auf Großgütern.
Und weil zur Historie der Landwirtschaft auch die Produktion von Lebensmitteln zählt, sollen die Besucherinnen und Besucher zum 30. Geburtstag im wahrsten Sinne des Wortes auf den Geschmack kommen. Anlass dazu bietet eine Bockwurst-Battle.
Dabei treten drei Erzeuger miteinander an. Jeder bringt jeweils eine Sorte seiner hauseigenen produzierten Bockwurst mit. „Es werden also drei verschiedene Sorten zur Verkostung angeboten, vom Schwein, vom Schaf und vom Rind. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer geben im Anschluss ihre Bewertung ab. Drum herum steht die Information zum Lebensmittel im Vordergrund. Vom Ferkel bis zur Wurst“, weiß Holger Minge von der LLG.
Schließlich lebt die Geschichte der Veranstaltung ganz groß wieder auf. Gründer sind vor Ort, die Historie lebt mit einer eigens für das Jubiläum organisierten Fotoausstellung auf. Jedes Jahr wird mit einem anderen Exponat als Bildkomposition gefeiert. Gründer und Mitwirkende vergangener Zeiten sind mit eingebunden, stehen an diesem Tag sicher auch für Gespräche bereit. Sabine Thalmann: „Wir haben in unseren Fotoalben geblättert und in den Archiven nachgeschaut. Viele schöne Erinnerungen zeigen, wie das Fest über Jahre gewachsen ist und wie aus einer kleinen Idee ein Traditionsfest wurde.“
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