Das Polizeirevier Salzlandkreis hat heute die Verkehrsunfallstatistik für das Jahr 2025 vorgestellt. Während die Gesamtzahl der Verkehrsunfälle erneut zurückging, verschärfte sich die Entwicklung bei den Unfallfolgen deutlich: Mehr Menschen wurden schwer verletzt oder kamen im Straßenverkehr ums Leben.
Im Jahr 2025 registrierte die Polizei im Salzlandkreis 5.045 Verkehrsunfälle. Das sind 230 Unfälle weniger als im Vorjahr und entspricht einem Rückgang von 4,3 Prozent. Sowohl innerorts als auch außerorts sank die Zahl der Unfälle.
Sorge bereitet jedoch die Entwicklung bei den Unfällen mit Personenschaden. Diese stiegen von 504 auf 544 Fälle (+7,9 Prozent). Insgesamt verunglückten 689 Menschen, 25 mehr als im Vorjahr.
Besonders alarmierend ist die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle. Elf Menschen verloren 2025 auf den Straßen des Salzlandkreises ihr Leben, drei mehr als im Jahr zuvor. Neun der tödlichen Unfälle ereigneten sich außerhalb geschlossener Ortschaften. Gleichzeitig nahm die Zahl der Schwerverletzten deutlich um 28,7 Prozent auf 130 Personen zu.
Wildunfälle bleiben Spitzenreiter
Mit 1.330 Wildunfällen bleiben Zusammenstöße mit Wildtieren die häufigste Unfallursache im Salzlandkreis – auch wenn deren Zahl gegenüber 2024 leicht zurückging.
Weitere häufige Unfallursachen waren:
- Wenden und Rückwärtsfahren: 551 Unfälle
- Mangelnder Sicherheitsabstand: 353 Unfälle
- Vorfahrt- und Vorrangverstöße: 343 Unfälle
- Fehler beim Ein- und Ausfahren: 188 Unfälle
Bei schweren Verkehrsunfällen spielte insbesondere nicht angepasste Geschwindigkeit eine entscheidende Rolle. Zudem stellte die Polizei einen Anstieg schwerer Unfälle infolge von Fahruntüchtigkeit fest.
Alkohol, Drogen und Verkehrssicherheit
Im Zusammenhang mit Alkohol wurden 72 Verkehrsunfälle registriert, bei denen 39 Menschen verletzt wurden. Unter Drogeneinfluss ereigneten sich 27 Verkehrsunfälle mit 13 verletzten Personen.
Mehr Fahrradunfälle – weniger Unfälle mit Fußgängern
Positiv entwickelte sich die Situation bei den Fußgängern. Die Zahl der Unfälle mit Fußgängerbeteiligung sank von 84 auf 59.
Dagegen nahm die Zahl der Fahrradunfälle von 184 auf 206 zu. Besonders auffällig ist der starke Anstieg bei Pedelec-Unfällen, deren Zahl sich von 5 auf 13 erhöhte.
Prävention bleibt wichtiger Schwerpunkt
Auch die Verkehrsprävention spielte 2025 eine wichtige Rolle. Das Polizeirevier Salzlandkreis führte 288 Präventionsveranstaltungen mit insgesamt 6.669 Teilnehmerinnen und Teilnehmern durch. Die Angebote richteten sich an Kinder, Jugendliche, Erwachsene und Senioren.
Polizeidirektorin mahnt zu mehr Rücksicht
Die Leiterin des Polizeireviers Salzlandkreis, Polizeidirektorin Stephanie Hildebrandt, bewertet die Entwicklung mit gemischten Gefühlen:
„Der Rückgang der Gesamtzahl der Verkehrsunfälle ist grundsätzlich eine positive Entwicklung. Gleichzeitig zeigt die Statistik jedoch deutlich, dass die Folgen von Verkehrsunfällen im vergangenen Jahr schwerwiegender waren. Besonders besorgniserregend ist der Anstieg der schwer verletzten und getöteten Menschen im Straßenverkehr. Jeder tödliche Verkehrsunfall ist einer zu viel und bedeutet großes Leid für die Hinterbliebenen. Deshalb wird die Polizei des Salzlandkreises die bewährte Verkehrsüberwachung und Präventionsarbeit konsequent fortsetzen und weiterentwickeln.“
Die wichtigsten Zahlen 2025 auf einen Blick:
🚗 5.045 Verkehrsunfälle (-4,3 %)
🚑 544 Unfälle mit Personenschaden (+7,9 %)
⚫ 11 Verkehrstote (+37,5 %)
🚨 130 Schwerverletzte (+28,7 %)
🦌 1.330 Wildunfälle (häufigste Unfallursache)
🚴 206 Fahrradunfälle (+12 %)
⚡ 13 Pedelec-Unfälle (Vorjahr: 5)
🚸 288 Präventionsveranstaltungen mit 6.669 Teilnehmenden
Das könnte Sie auch interessieren:
