Bernburg, 15. April 2026 – Der Salzlandkreis hat im langjährigen Streit mit dem Gesundheitskonzern Ameos die Zwangsvollstreckung eingeleitet. Hintergrund ist eine offene Forderung aus dem Verkauf der ehemaligen Salzlandkliniken, die trotz rechtskräftiger Urteile bislang nicht beglichen wurde.
Nach Angaben des Landkreises beläuft sich die ausstehende Summe auf mehr als sechs Millionen Euro, einschließlich Zinsen. Grundlage ist eine zweite Kaufpreisrate aus dem Jahr 2012, deren Zahlung an wirtschaftliche Kennzahlen gekoppelt war. Unterschiedliche Auffassungen über deren Höhe führten zu einem jahrelangen Rechtsstreit, der inzwischen zugunsten des Landkreises entschieden wurde.
Da bislang keine Zahlung erfolgt ist, hat Landrat Markus Bauer nun Vollstreckungsmaßnahmen veranlasst. Ziel ist es, die Forderungen gegenüber dem in der Schweiz ansässigen Mutterkonzern durchzusetzen. Im nächsten Schritt könnten auch Vermögenswerte gepfändet werden.
Der Konflikt belastet nicht nur die finanziellen Beziehungen, sondern wirft auch Fragen zur Zukunft der medizinischen Versorgung im Salzlandkreis auf. In der Vergangenheit hatte Ameos angedeutet, dass anhaltender Druck Auswirkungen auf den Klinikbetrieb haben könnte. Der Landkreis betont hingegen seine gesetzliche Verantwortung, eine stabile Gesundheitsversorgung sicherzustellen.
Eine Rückführung der Kliniken in kommunale Trägerschaft wird inzwischen nicht mehr ausgeschlossen. Gespräche mit der Landesregierung hierzu laufen bereits. Gleichzeitig verweist der Landkreis auf seine angespannte Haushaltslage, die eine solche Maßnahme zusätzlich erschweren würde.
Der Fall gilt als ein weiteres Beispiel für die Herausforderungen bei der Privatisierung kommunaler Kliniken und deren langfristigen Folgen für die öffentliche Daseinsvorsorge.
