Salzgewinnung in Bernburg: Solvay lässt neue Kavernen bohren

Ende November beginnen die Bohrarbeiten für zwei neue Kavernen im südlichen Bereich des Sol- und Speicherfeldes Bernburg. Die Förderung startet im Sommer 2016. In rund sieben Jahren sollen aus diesen Kavernen in bis zu 700 Metern  Tiefe mehr als sieben Millionen Kubikmeter Sole zu Tage gefördert und bei Solvay und esco verwendet werden. Die von Solvay beauftragte UGS Mittenwalde GmbH (Untergrundspeicher- und Geotechnologie-Systeme) wird ab 21. November eine 34 Meter große Bohranlage aufbauen.


Am 28. November beginnen die Bohrungen für die erste Kaverne. Nach der Weihnachtspause starten am 4. Januar die Bohrungen für die zweite Kaverne. Die anschließenden Anschluss- und Infrastrukturarbeiten sowie die Renaturierung der Flächen um die Kavernen werden voraussichtlich im Juni 2016 abgeschlossen sein.


Salz ist ein unverzichtbarer Rohstoff


„Sole ist neben dem Kalkstein der wichtigste Rohstoff für unsere Soda-Produktion“, erklärt Joachim Lischka, Betriebsleiter Tagebau/Solfeld bei Solvay in Bernburg. Rund 1,6 Tonnen Salz benötigt das Werk für eine Tonne Soda. Solvay hat im Solfeld Gnetsch/Peissen zurzeit neun Kavernen in eigenen Bergwerksfeldern. Um die Nachfrage auf lange Sicht decken zu können, werden die aus den beiden neuen Kavernen bis 2023 entnommenen 7,3 Millionen Kubikmeter Sole in den Werken von esco und Solvay verwendet.


Solung dauert sieben Jahre


Fachleute sprechen von „Aussolung“, wenn Salz in unterirdischen Lagerstätten mit Wasser gelöst und ausgespült wird. In Bernburg wird Saale-Wasser durch das Bohrloch in die Salzschicht gespült. Die dabei entstehende Sole wird an die Oberfläche gedrückt und per Rohrleitung ins rund acht Kilometer entfernte Werk befördert. Der nach der Aussolung verbleibende Hohlraum (Kaverne) wird einen Durchmesser von rund 90 Meter und eine Höhe von etwa 180 Meter erreichen. Die Kavernen sind so ausgelegt, dass sie nach Ende der Aussolung für die Zwischenspeicherung von Erdgas genutzt werden können.


Als internationale Chemiegruppe unterstützt Solvay die Industrie, verantwortliche und Werte schaffende Lösungen zu entwickeln und umzusetzen. Das Unternehmen erzielt 90 Prozent des Umsatzes in Märkten, in denen es weltweit zu den Top 3 gehört. Solvay bedient vielfältige Märkte wie Energie und Umwelt, Automobil und Luftfahrt, Elektro und Elektronik mit dem Ziel, die Leistung der Kunden zu steigern und zu höherer Lebensqualität beizutragen. Die internationale Solvay-Gruppe, mit Hauptsitz in Brüssel, beschäftigt rund 26.000 Mitarbeiter in 52 Ländern und erzielte 2014 einen Umsatz von 10,2 Mrd. Euro.


Die deutschen Solvay-Gesellschaften erzielten 2014 rund 1,1 Mrd. Euro Umsatz im In- und Ausland (die internationale Solvay-Gruppe im Inland 877 Mio. Euro; ohne die zum Verkauf bestimmten Vermögenswerte). An zehn Standorten arbeiten in Deutschland rund 3.000 Beschäftigte. Zu den Hauptprodukten zählen Fluor-, Barium- und Strontium-Spezialitäten, Hochleistungskunststoffe, Soda, Natriumbicarbonat, Wasserstoffperoxid sowie Celluloseacetat.

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