Bernburg unter Tage, Katrin Budde besuchte Kaliwerk

Auf Einladung des SPD-Landtagskandidat von Bernburg Hagen Neugebauer in das Kali- und Salzwerk der esco in Bernburg waren am vergangenen Freitag unter anderen auch Katrin Budde - Vorsitzende der SPD-Landtagsfraktion im Landtag von Sachsen-Anhalt gefolgt. In einem Gespräch ließ sich die SPD Vorsitzende umfassend und ausführlich über das Bernburger Kali- und Steinsalzwerk informieren. Dr. Markus Cieslik und Grubenleiter Torsten Mersch brachten der sichtlich interessierten Besucherin viele Einzelheiten und Details zur Grube in Bernburg nah. Anschließend ging es zur Besichtigung in das Bergwerk unter Bernburg.

 

Der Teufbeginn für den Schacht Bernburg, der heutige Förderschacht, war im Jahr 1912. Bereits 1913 begann man hier mit der Kaliproduktion, welche 1973 endete. Die Produktion von Steinsalz begann 1921, später wurde diese bis auf 35 Mio. t/a ausgebaut. Schließlich war das Werk in Bernburg das einzige Steinsalzwerk der DDR. Die Produktion von Sole begann schließlich 1965 auf dem Solfeld in Gnetsch. Nach der Wende wurde ab 1992 mit der Untertage-Verwertung von Abfällen mit einer Menge von 250kt/a begonnen. Ab 1993 wurde das Werk Bernburg massiv umgebaut und modernisiert. Bis zum Jahr 2012 wurden hier insgesamt 170 Mio. Euro investiert.

1996 begann dann die Siedesalzproduktion mit einer Kapazität von jährlich 280 kt. Alle Speisesalze beispielsweise sind Siedesalze, die gibt es bei jedem Discounter, egal unter welchen Namen, das Salz kommt meist aus Bernburg und das mit einer Reinheit von 99,5 Prozent.


Währen die Produktion von Siedesalz relativ stabil ist, verhält sich die Fördermenge der Steinsalzförderung recht unterschiedlich. Dies ist durchaus Abhängig von der Härte der Winter, je länger, um so mehr Salz wird für die Straßen benötigt. So wurden 2002 insgesamt 1.491 kt produziert, 2006 waren es hingegen 2.529 kt. Der lange Winter des Jahres 2010 forderte sogar eine Förderung von 2.557 kt, während im Jahr 2007 nur 1.103 kt oder im Jahr 2014 nur 1.410 kt benötigt wurden. Die Prognose für das Jahr 2015 liegt derzeit bei 1.990 kt.  

 

Neben der Produktion von Salz informierte sich Katrin Budde aber auch über die Einstellung von Mitarbeitern und deren Vorraussetzungen. Die Verpflichtung des DAX geführten Konzerns, jährlich 160 Azubis auszubilden, stellt auch das Personalwesen vor vielen Schwierigkeiten. Bisher wurden schon viele Erfahrungen mit Jugendliche mit Migrationshintergrund oder Jugendlichen mit Ausbildungshindernissen gesammelt. Dazu kommt die neue Thematik "Flüchtlinge". Die größte Herausforderung hierbei sei eine ausreichende Deutschsprachkenntnis. Das ist nicht nur eine elementare Grundvoraussetzung, in Bezug auf Arbeitssicherheit, sondern auch bezüglich Ausbildungs- / Arbeitsplätze.

 


 

Deshalb blieben auch nach dem Arbeitsgespräch im Werk Bernburg viele Fragen und Anforderungen an die Politik offen. Die Politik muss für ausreichende Sprachkenntnisse der deutschen Sprache als Grundvoraussetzung sorgen. Die Ausbildungsziele in den jeweiligen Berufsbildern sind für Menschen ohne Schriftkenntnisse unerreichbar. Bei einer Ausbildungsdauer von 3 bzw. 3,5 Jahren ist eine Aufenthaltserlaubnis / Arbeitserlaubnis von 12 Monate zu gering. Außerdem sind Ausbildungsziele in manchen Berufsbildern möglicherweise zu überarbeiten / zu straffen / zu reduzieren. Eine "light-Versionen eines Berufsbildes könnte möglich sein und ist erwünscht"! Diese Version könnte gleich einem Teilzeitfacharbeiter auch Flüchtlingen mit deutsch Kenntnisse oder Jugendliche mit Migrationshintergrund helfen, bei bestimmten Vorraussetzungen Tätigkeiten auszuüben, die entsprechend geringer bezahlt würden, aber dennoch die Möglichkeit einer späteren Weiterbildung ermöglicht.

 

Im Anschluss ging es zur Besichtigung in das ca. 1.200 km lange Stollensystem des Schachtes Gröna in Richtung Ilberstedt.

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