Vernässung in Poley, schnellere Reaktion wäre notwendig gewesen

Anton Spitz, Direktkandidat für den Wahlkreis Bernburg (Stadt), und Olaf Meister, kommunalpolitischer Sprecher der Bündnisgrünen Landtagsfraktion, kritisieren die Stadtverwaltung Bernburg für ihr wenig bürgernahes Verhalten bei der Lösung des Vernässungsproblems im Bernburger Ortsteil Poley.


Anton Spitz, Direktkandidat für den Wahlkreis Bernburg (Stadt), und Olaf Meister, kommunalpolitischer Sprecher der Bündnisgrünen Landtagsfraktion, kritisieren die Stadtverwaltung Bernburg für ihr wenig bürgernahes Verhalten bei der Lösung des Vernässungsproblems im Bernburger Ortsteil Poley.

 

Spitz: „Vernässungsschäden im Zusammenhang mit der Grundwasserproblematik sind in Sachsen-Anhalt kein unbekanntes Thema. Eine Enquete-Kommission hat sich im Landtag lange mit den Ursachen und Lösungsmöglichkeiten beschäftigt. Das Problem im Bernburger Ortsteil Poley ist aber anders gelagert: Hier schlagen bereits geringe Niederschlagsmengen sofort auf den Grundwasserspiegel durch, weil am gesamten Regenwasserableitungssystem erhebliche Mängel bestehen. Dieses Problem ist der Verwaltung seit mehr als 5 Jahren bekannt. Getan wurde von der Verwaltung bislang viel zu wenig.

 

Die Auswirkungen für die Hausbesitzer in Poley sind katastrophal. Es gibt kaum einen Keller, in den nicht seit Jahren beständig Grundwasser einsickert. Dies geht nicht nur an die Substanz der Häuser, sondern auch der Menschen. Die gesundheitlichen und finanziellen Folgen für die Bürgerinnen und Bürger sind noch gar nicht abzuschätzen. Ich fordere den Oberbürgermeister der Stadt Bernburg dazu auf, sich endlich im Sinne der Bürger Poleys für eine schnelle Beseitigung des Problems einzusetzen.“

 

Meister: „Die Antwort der Landesregierung auf meine Kleine Anfrage offenbart, wie wenig Engagement die Stadt Bernburg bei der Lösung des Vernässungsproblems in Poley zeigt. Eine bürgernahe Verwaltung stelle ich mir ganz anders vor. Dieses Verhalten ist mir auch deshalb völlig unverständlich, weil Fördermittel vom Land in ausreichender Höhe zur Verfügung stünden.“

 

Link zur Kleinen Anfrage: http://padoka.landtag.sachsen-anhalt.de/files/drs/wp6/drs/d4821gak.pdf

 

Hintergrund:  

 

Mitte 2010: Problem tritt erstmal auf

14.5.12 Fördermittelantrag der Stadt Bernburg für Erstellung einer Konzeption gegen Vernässung

20.7.12 positiver Zuwendungsbescheid

23.5.13 Vorstellung Beseitigungskonzept

15.1.15 Fördermittelantrag der Stadt Bernburg für die Planung baulicher Maßnahmen

17.3.15 positiver Zuwendungsbescheid

24.9.15 Sachstandsbericht zur Umsetzung der Konzeption auf Ortschaftsratssitzung

29.1.16 Planungen sind abgeschlossen und werden fachtechnisch geprüft (Abschluss der Prüfung frühestens Ende 6/2016)

 






Kommentar schreiben

Kommentare: 1
  • #1

    Tina aus BBG (Samstag, 05 März 2016 08:27)

    Wenn man diesen Artikel liest, dann kann man nur noch mit Kopfschütteln darauf reagieren und muss zudem noch aufpassen, dass man kein Schütteltrauma davon trägt.
    Warum bleiben die Poleyer betroffenen Hauseigentümer eigentlich so ruhig?
    Warum setzt sich der Bürgermeister nicht für seine Gemeinde ein?
    Hier sind viele Fragen offen, die nun endlich mal beantwortet werden müssten.
    Es kann doch nicht sein, dass ein seit mindestens fünf Jahren bekanntes Problem nicht zügig behandelt und Abhilfe geschaffen wird.
    Wie wird denn in der Stadtverwaltung gearbeitet?
    Im Link -Kleine Anfrage- liest man: Im Ergebnis der von der Stadt Bernburg beauftragten „Konzeption gegen Vernässungen im Ortsteil Poley“ (vgl. Antwort zu Frage 3) wurde festgestellt, dass ein ungenügendes Gefälle verrohrter Grabenabschnitte mit ursächlich für die bestehenden Entwässerungsprobleme ist.
    Als weitere Ursachen für die unzulängliche Ableitung des Oberflächenwassers wurden Mängel an offenen Teilen des vorhandenen Grabensystems (Gefälle, abgerutschte Böschungen) sowie ungeeignete Höhenverhältnisse der Ein- und Ablaufbauwerke der im System integrierten Teiche ermittelt.

    Weiter liest man: Maßnahmen gegen Vernässung zugunsten von Privatpersonen sind keine Pflichtaufgaben des Landes und der Kommunen.
    Hier stellt man sich unweigerlich die Frage, warum ist die Stadt so saumselig in ihrem Handeln?
    Sind die Bürger von Poley es nicht Wert Hilfe zu bekommen?
    Häuser werden in ihrer Substanz dauerhaft geschädigt und noch viel schlimmer ist der gesundheitliche Schaden für diese Menschen.
    Sind unsere Bürgermeister eigentlich noch tragbar für unsere Stadt und Gemeinden, sie sind sich anscheinend ihres Postens sicher, welches sich bei der nächsten Wahl sehr schnell ändern kann, hoffentlich.

    Ich schließe mit den Worten: traurig, traurig.......