Das Ende des Sparbuchs, Leitzins auf 0,00% gesenkt

Bei einem Zins von 7% verdoppelt sich die Anlage in gut 10 Jahren, bei 0,7% sind es 100 Jahre... und bei 0,07%? ... sind es fast 1.000 Jahre! Sparen ohne Zinsen muss man sich leisten können.


Gestern hat die Europäische Zentralbank den Leitzins auf 0,00 % und die Anlagezinssätze für Banken auf -0,40% abgesenkt. Für Banken bedeutet dies, dass sie für eigene Geldanlagen bei der Zentralbank Geld bezahlen müssen ... und lt. EZB-Präsident Draghi werden diese niedrigen Zinsen "sehr sehr lange Zeit" so bleiben. Dabei werden die Sparer wieder einmal die Leidtragenden sein.

 

Die große Menge an billigem Geld ist ein Kampf gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche. Jedoch ist davon auszugehen, dass die schwer und hart erarbeiteten Sparvermögen der Anlegerinnen und Anleger in dieser Konstellation zu keiner ertragsmäßigen Vermögensmehrung mehr für ihre Inhaber beitragen, so dass heute zusätzliche Beträge zur Seite gelegt werden müss(t)en, um den fehlenden Zinsertrag im Hinblick auf das eigene Sparziel zu kompensieren. Mögliche Wege zum Zins erfahren Sie in Ihrer Bank.

Geldanlage und Altersvorsorge werden für viele Jahre schwieriger und erfordern ein Umdenken der bisherigen Anlagegewohnheiten - zumindest dann, wenn man sich mit einer schwarzen Null nicht zufrieden gibt. Bei einem Zins von 7% verdoppelt sich die Anlage in gut 10 Jahren, bei 0,7% sind es 100 Jahre... und bei 0,07%? ... sind es fast 1.000 Jahre! Sparen ohne Zinsen muss man sich leisten können.

 

Auf der anderen Seite sind aber auch Kredite historisch günstig geworden. Das schafft zunächst erst einmal gute Ausgangsbedingungen für die Erfüllung des Wunsches nach den eigenen vier Wänden oder die Realisierung einer geplanten Investition. Jedoch scheint auch hier ein genauer Blick angebracht. Zwar ist Kreditgeld momentan günstig, jedoch entscheidet letztlich aber die Kombination von Zins und Anschaffungspreis über die Vorteilhaftigkeit des persönlichen Vorhabens. Günstig finanziert und teuer bezahlt ist schließlich auch keine gute Konstellation.

 

Sparkonten

 

Die deutschen Sparbücher und Tagesgelder verlieren immer mehr an Attraktivität, denn die Zinsen für Tages- oder Festgeldkonten verlieren durch Inflation mehr an Geld, als überhaupt Zinsen gezahlt werden. Durch den niedrigen Leitzins und Strafzinsen für Banken werden womöglich auch die letzten Sparanlagen vom Markt genommen.

 

Bankgebühren

 

Der aktuelle EZB-Entscheid könnte künftig Sparer und Bankkunden sogar doppelt treffen, denn es ist zu befürchten, dass zusätzliche Erhöhungen von Konto- bzw. Bearbeitungsgebühren anstehen.

 

Minuszinsen

 

Großkunden müssen zum Teil bereits dafür zahlen, dass diese ihr Geld bei Banken anlegen dürfen. Oftmals zahlen Anleger bereits vielfach für deutsche Staatsanleihen drauf. Möglicherweise sind Minuszinsen auch für Privatanleger künftig kein Tabu mehr.

 

Lebensversicherungen

 

Die beliebten Lebens- und Rentenversicherungen geraten durch die Zinsentscheidung gewaltig unter Druck. Um Renditen zahlen zu können, müssen die Versicherungen das Geld der Kunden gewinnbringend anlegen, doch das ist kaum noch Möglich. Somit wird das sparen mit Renten- Lebensversicherungen noch unattraktiver und der ohnehin geringe Garantiezins könnte auf der Kippe stehen.

 

FAZIT: Genauer hinschauen lohnt sich – gefühlt zu niedrige Anlagezinsen können durchaus nicht uninteressant sein; mit clever kalkuliertem Risiko sind auch spürbare Mehrrenditen erzielbar!!! Auf der anderen Seite sollte trotz günstiger Finanzierungsbedingungen auch auf den Preis geschaut werden!!!





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