Mehr Männer in der Pflege notwendig

Am 12. Mai findet der internationale "Tag der Pflege" statt. Er wird am Geburtstag von Florence Nightingale, einer britischen Krankenschwester aus dem ersten Weltkrieg, veranstaltet. Sie gilt als eine Pionierin der modernen Krankenpflege.


Anlässlich des Internationalen Tages der Pflege möchte die Arbeitsagentur das Engagement der Menschen in der Pflege hervorheben und für Ausbildung und Beschäftigung in diesen Berufen werben. Allein im Salzlandkreis sind aktuell mehr als 4.300 Gesundheits- und Kranken- sowie Altenpfleger in ambulanten und stationären Pflegeeinrichtungen bzw. -diensten tätig. Sie übernehmen damit wichtige Aufgaben in unserer Gesellschaft, was leider nicht immer ausreichend gewürdigt wird. Bislang arbeiten dort fast ausschließlich Frauen.

 

„Was Pflegekräfte tagtäglich leisten, ist ebenso unverzichtbar wie anspruchsvoll“, betont Thomas Holz, Chef der Bernburger Arbeitsagentur. „Es sind besondere Menschen, die sich für diese wichtige Arbeit entscheiden und den Pflegebedürftigen sowie deren Angehörigen rund um die Uhr Halt und Unterstützung geben. Ohne sie würde vieles in unserem Leben nicht funktionieren. Deshalb stehen sie am Tag der Pflege bewusst einmal im Mittelpunkt“, so Holz weiter. Da Fachkräfte und Nachwuchs mittlerweile auch in dieser Branche schwierig zu finden und etliche in den kommenden Jahren in Rente gehen, wirbt die Arbeitsagentur für diese Ausbildungsberufe. Pflegekräfte werden dringend gebraucht. Heute mehr denn je. Deshalb soll die Ausbildung in Zukunft attraktiver werden.

 

Menschen werden zunehmend älter – Pflegeberufe haben Zukunftschancen

 

Unsere Gesellschaft wird erfreulicherweise immer älter. Die Anzahl pflegebedürftiger Menschen, die ambulante oder stationäre Unterstützung benötigen, steigt seit Jahren kontinuierlich an. Perspektivisch steigt deshalb auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Hierfür wird dringend Nachwuchs gebraucht. Nicht nur Mädchen. Diese Berufe sind durchaus auch für Jungs interessant und sie werden gebraucht. Erfreulicherweise werden zunehmend immer mehr männliche Pflegekräfte im Salzlandkreis ausgebildet.

 

„Ja, Pflegeberufe sind auch für Jungs interessante Berufsfelder mit Zukunftschancen“, weiß der Agenturchef. Er betont weiter: „Die Berufe des Gesundheits- und Krankenpflegers, aber vor allem des Altenpflegers, bieten auch Männern sichere Arbeitsplätze und vielfältige Aufstiegs- und Karrierechancen. Dies zeigt der Chancenatlas für Sachsen-Anhalt und Thüringen. Dort sind alle Ausbildungsberufe mit Zukunft in den einzelnen Regionen mit guter Vergütung und hervorragenden Übernahmechancen aufgeführt. Die Pflegeberufe gehören dazu.“

 

Neu- und Quereinsteiger in der Pflege dringend gesucht

 

Pflegepersonal ist im Salzlandkreis derzeit stark gefragt. Natürlich bestehen überregional ebenfalls hervorragende Perspektiven für qualifizierte Fachkräfte. Derzeit gibt es im Salzlandkreis rein rechnerisch drei Arbeitslose für eine freie Stelle in den Gesundheits- und Pflegeberufen. Ab einem Verhältnis von unter drei zu eins spricht man von sogenannten Engpassberufen. „Die Demografie in unserer Gesellschaft wird den Fachkräftebedarf künftig noch weiter verstärken. Deshalb muss das Image des Pflegeberufes bzw. dessen Attraktivität verbessert werden. Nur so können wir motivierte Nachwuchskräfte und interessierte Berufswechsler für diese wichtige gesellschaftliche Aufgabe gewinnen und so den Herausforderungen im Zusammenhang mit der zunehmenden Zahl an pflegebedürftigen Menschen entsprechen“, ergänzt Holz.

 

Pflegeausbildungs-Reform wird Kampf um Nachwuchs verstärken

 

Entsprechend der Pflegeausbildungs-Reform werden die bisherigen Ausbildungsberufe Alten-, Kranken- und Kinderkrankenpflege zu einem einheitlichen Pflegeberuf verschmelzen. Zum 1. Januar 2018 soll die neue generalistische Ausbildung zum Pflegefachmann starten. Diese soll den Zukunftsberuf Pflege zukunftsfähig machen. Schon heute suchen Arbeitgeber sowohl in der ambulanten als auch in der stationären Pflege kontinuierlich neue Mitarbeiter. Vor dem Hintergrund der anstehenden Veränderungen wird sich der Wettbewerb verschärfen.

 

Dabei haben jedoch nur die Unternehmen, die attraktive Konditionen für die Jobs im Schicht- und Wochenenddienst anbieten, gute Chancen, Personal zu finden. „Zwar bieten die meisten Unternehmen einen abwechslungsreichen Arbeitsalltag und eine langfristige Perspektive, aber in punkto flexibler Arbeitszeitmodelle ist bei einigen noch Luft nach oben. Gerade viele junge Mütter würden gern einen Pflegeberuf ergreifen, scheitern aber häufig an starren Schichtplänen und den Herausforderungen der Kinderbetreuung“, weiß Thomas Holz und wünscht sich bei Unternehmen mehr Kompromissbereitschaft. „Einige gute Beispiele gibt es im Salzlandkreis bereits. Um den jungen Müttern die Rückkehr in den Beruf zu erleichtern haben Pflegeeinrichtungen Kindertagesplätze „gepachtet“ und übernehmen ein Teil der Platzkosten. Ein Erfahrungsaustausch unter Arbeitgebern könnte hier weiterhelfen“, so der Agenturchef abschließend.






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