Vier Städte bündeln ihre Stärken für eine erfolgreiche Zukunft

Die Kooperationsvereinbarung zwischen den Städten Aschersleben, Seeland und Falkenstein/Harz wird um die Stadt Arnstein erweitert


Seit drei Jahren besteht zwischen den Städten Aschersleben, Falkenstein/Harz und Seeland eine Kooperationsvereinbarung, die die Stärken der Städte bündelt und die sich daraus ergebenden Synergieeffekte über Stadt- und Kreisgrenzen hinweg für eine positive Entwicklung der Region nutzt. Die ohnehin historisch eng gewachsenen Verbindungen zwischen den Städten wurden durch die Kooperationsvereinbarung weiter gestärkt und haben ein Regelwerk erhalten, das sowohl Ziele als auch Handlungsbereiche der Zusammenarbeit beinhaltet.

 

Seit Mitte vergangenen Jahres gibt es mit der Stadt Arnstein Gespräche über die Aufnahme in die bestehende Kooperationsvereinbarung. Die Stadt Arnstein ist ein Bindeglied zum Mansfelder Land und ein Tourismusstandort, der das bisherige Vertragsgebiet sinnvoll ergänzt und nach Süden hin abrundet. Der Vertragstext ist im Zuge der Erweiterung überarbeitet und um einige Inhalte ergänzt worden. Alle vier Stadträte haben in ihren jüngsten Stadtratssitzungen im Mai der aktualisierten Kooperationsvereinbarung zugestimmt. Heute nun haben der Oberbürgermeister und die Bürgermeister der vier Städte - Andreas Michelmann für die Stadt Aschersleben, Klaus Wycisk für die Stadt Falkenstein/Harz, Heidrun Meyer für die Stadt Seeland und Frank Sehnert für die Stadt Arnstein - den Kooperationsvertrag im Ratszimmer des Aschersleber Rathauses unterzeichnet und damit dessen Inkrafttreten besiegelt.

 

Andreas Michelmann hob die in den vergangenen Jahren bereits gute Zusammenarbeit der benachbarten Städte hervor, die mit Arnstein nun einen weiteren Partner für eine starke Zukunft gefunden haben. Heidrun Meyer sagte: „Wir brauchen diese starke Gemeinschaft, gerade weil immer mehr Aufgaben auf uns zukommen“. Für Arnsteins Bürgermeister Frank Sehnert ist diese Kooperationsvereinbarung der Beweis, dass Kreisgrenzen kein Hindernis sind, um mit den Nachbarn zusammenzuarbeiten. Für die Bürger könne man so erreichen, dass diese sehen, „es geht nach vorn“. Nun gelte es, dieses Papier mit Leben zu erfüllen. Auch Klaus Wycisk betonte, dass man an einer „vernünftigen Nachbarschaft interessiert ist“, in der man sich im Sinne der Bürger unterstützt. So könne die Arbeit effektiver erfolgen und das letztlich auch zum Wohle der Bürger.

 

Unverändert bleibt für die Vertragspartner von besonderer Bedeutung, die Funktion der Stadt Aschersleben als Mittelzentrum zu sichern und zu stärken. Gleichzeitig soll weiterhin die Funktion der Stadt Falkenstein/Harz als Bindeglied zum Harz und als bedeutendes touristisches Ziel im Harz, aber auch als Gewerbe- und Wirtschaftsstandort weiterentwickelt werden. Gleiches gilt für die Stadt Seeland als Tourismus-, Gewerbe- sowie Wissenschafts- und Forschungsstandort und für die Stadt Arnstein als Bindeglied zum Mansfelder Land, Tourismusstandort und als Standort der Forschungsstätte für Frühromantik und des Novalismuseums. Auch die zehn bereits festgeschriebenen Handlungsbereiche (Siedlungsentwicklung, Bildung und Ausbildung, Jugend-, Sport- und Freizeiteinrichtungen, Gesundheitsversorgung, Wirtschaft, Einzelhandel, Tourismus, Kultur, Verkehr, Kommunalentwicklung) bleiben im überarbeiteten Vertragswerk verankert.

 

Die Stabilisierung der grundzentralen Versorgungseinrichtungen in den derzeit zwei Grundzentren - Hoym und Ermsleben - ist nun ebenfalls als Ziel in der Kooperationsvereinbarung fixiert. Für die Vertragspartner ist auch dies von besonderer Bedeutung. Daher soll die Zusammenarbeit auf diesem Gebiet weiter verstärkt werden. Im Vordergrund steht dabei neben der Kooperation der beiden Grundzentren die Zusammenarbeit der Städte Arnstein und Falkenstein/Harz im Bereich der Grundversorgung.

 

Ein erstes verbindendes Projekt dieser neuen Kooperationsvereinbarung ist die geplante touristische Radtour „Burgen- und Seenradweg“. Ziel der Vertragspartner ist es dabei, die Bedingungen für den Radtourismus zu verbessern. Unter dem Arbeitstitel „Burgen-Seeland-Radtour“ soll nach und nach ein zusammenhängendes Radwegenetz erschlossen werden. Dessen Grundlage bilden bereits vorhandene Radwege, die sinnvoll miteinander verknüpft werden, um Radtouristen die Sehenswürdigkeiten der Region zu präsentieren und besser touristisch zu vermarkten. Das Radwegenetz hat eine geplante Gesamtlänge von 173 Kilometern. Der Aschersleben Stadtrat hat in seiner Sitzung am 19. Mai dem Beschluss zugestimmt, eine entsprechende Machbarkeitsstudie in Auftrag zu geben. Jener Grundsatzbeschluss ist Voraussetzung für die Beantragung von Fördermitteln.

 

Bei der Kooperationsvereinbarung handelt es sich auch weiterhin um eine Willensbekundung, die keine unmittelbaren Verpflichtungen der vertragsschließenden Städte nach sich zieht. Entstehen durch gemeinsame Aktivitäten Kosten, so sind diese - sofern nicht andere Kostenregelungen getroffen werden - von allen Beteiligten zu gleichen Teilen zu tragen.

 

Die Kooperationsvereinbarung tritt nach Unterzeichnung durch die Bürgermeister der Städte rückwirkend zum 1. Juni 2016 in Kraft und wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.



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