Hochwasserschutzkonzept Stadt Bernburg, es ist Eile geboten

Eile ist geboten, Stadt Bernburg will weitere 6 Mio. Fördermittel für Hochwasserschutz beantragen, bis zum 30.06. müssen die Anträge eingereicht werden.

 


 

Gestern hatte der Oberbürgermeister der Stadt Bernburg zur Einwohnerversammlung in das alte Rathaus eingeladen, Grund war die Vorstellung des Hochwasserschutzkonzeptes der Stadt Bernburg. Das Land Sachsen-Anhalt stellt 20 Mio. Euro Fördermittel für Hochwasserschutz in Aussicht, 6 Mio. Euro davon soll nach Bernburg für weitere Hochwasserschutzmaßnahmen fließen. Da die Anträge bis 30.06.2016 beim Land eingereicht werden müssen, ist Eile geboten, dass Geld wird dringend für weitere bauliche Hochwasserschutzmaßnahmen benötigt. Deshalb wurde gestern das Grundkonzept den Bürgern und Anwohnern vorgestellt, um es im Anschluss in den Bauausschuss einzubringen. Der Oberbürgermeister der Stadt Bernburg Henry Schütze dazu: "Wir mussten unsere Planungen soweit voran treiben, dass wenn das Programm da ist, innerhalb von wenigen Wochen die Anträge zu stellen".

 

Die Gesamtsumme der Hochwasserbeseitigungsmaßnahmen in Bernburg beträgt rund 28 Mio. Euro, dazu gehören vor allem die Sanierung der alten Stadtmauer sowie ein Grabensystem und mobile Hochwasserschutzanlagen. Der Ring (siehe Karte) wird sich vom Werder entlang der Eisenbahnbrücke, der Kleingartenanlage am Werder über Autohaus Eifler, Gutenbergstraße, Ziegelkolk bis hin zur Stadtmauer, Röße in Richtung Saale ziehen. Außerdem wurden bereits Garagen am Felsenkeller oder Gartensparten abgerissen. Auch die Umsetzung von Stromkästen, die Tieferlegung der Fahrbahn Am Ziegelkolk in Richtung Altenburger Chaussee oder die Erhöhung der Ufermauern gehören zur Hochwasserschutzkonzeption.

 

Die Stadt Bernburg (Saale) hat vom Ingenieurbüro Muting GmbH aus Magdeburg ein Hochwasserschutzkonzept mit Maßnahmen zum präventiven Hochwasserschutz erarbeiten lassen. Das Konzept wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Landesbetrieb für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft Sachsen-Anhalt (LHW) erstellt. Mittels hydraulische Modellszenarien ausgeführt durch den Landesbetriebs für Hochwasserschutz wurde nicht nur das Hochwasserereignis 2013 ausgewertet, sondern entstanden auch Konzept mit Schwerpunktmaßnahmen der Hochwasserschadensbeseitigung. Bereits nach dem nach dem Winterhochwasser 2003 sollte eine ingenieurtechnische Untersuchung für Grabensysteme in Bernburg erfolgen, doch ausbleibende Förderung des Landes hatten die Einstellungen der Überlegungen für Hochwasserschutz zerschlagen.

 

Mit Umsetzung der Hochwasserschutzkonzeption in Bernburg soll die Stadtmauer und verschiedene Hochwasserschutzanlagen die Altstadt künftig vor Hochwasser schützen und einen verbesserten Abfluss des Hochwassers gewährleisten. Alle Maßnahmen werden zusammen ein Hochwasserschutzsystem rund um die Talstadt bilden. Mobile Systeme sollen die Schutzmaßnahmen aus Mauern, Erd-Wällen, Gräben und Rinnen ergänzen.

 

Die größten Probleme sind die Lücken der bestehenden Stadtmauer, welche abgedichtet und ertüchtigt werden muss. Die Lücken im Bereich des Saaleanschluss, der Bereich von Flutbrücke zur Gutenbergstraße und in Richtung Platz der Jugend und Am Werder müssen geschlossen werden. Dabei sollen teils Spundwände gut 6 Meter in die Erde getrieben werden, darauf entstehen gestaltete Betonmauern zwischen 1,50 und 1,80 Meter Höhe, welche aber durch Erdwälle nicht so hoch erscheinen. Auch mobile Hochwasserschutzwände sollen die Lücken bei Bedarf künftig schließen.

 

Neben Hochwasserschatzanlagen wie Spundwände, Mauern und mobile Hochwasserschutzanlagen ist vor allen der geordnete Abfluss des Wassers entscheidend. Bürger brachten die Erstellung einer Flutmulde in Betracht, allerdings würde diese rein hydraulisch nicht den gewünschten Effekt bringen, ganz zu schweigen von den immensen Kosten. Für den Abfluss ist eine Tieferlegung verschiedener Straßen sinnvoll, dazu gehört auch die Kreuzung am Platz der Jugend. Henry Schütze: "Meines Erachtens nach gehört dort auch ein Kreisverkehr hin".

 

Allerdings liegen bisher für die Saalehalbinsel, die vom Hochwasser 2013 schwer betroffen war, noch keine konkreten Lösungen vor. Im 4. Quartal will man noch einmal einladen und die Detailplanung vorstellen.





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