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Jugendgewalt in Sachsen-Anhalt dank effektiver Präventionsmaßnahmen rückläufig

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Gewalttaten durch Jugendliche in den letzten acht Jahren dank effektiver Präventionsarbeit rückläufig, obwohl die Zahl Jugendlicher dieser Altersgruppe leicht zunahm.


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Die sozialpädagogische Jugendberatungsstelle der Polizeidirektion Sachsen‐Anhalt Nord blickt auf ihr 25-jähriges Bestehen zurück. Diesem Jubiläum war am 18. Januar 2018 eine Fachtagung gewidmet, auf der das vielfältige Ursachengefüge von Jugendkriminalität sowie präventive Einflussmöglichkeiten thematisiert wurden. Die Veranstaltung wurde in Kooperation zwischen dem wissenschaftlichen Institut der Salus gGmbH, das sich auch der Gewaltforschung widmet, sowie der Jugendberatungsstelle der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord konzipiert.

 

In das bis auf den letzten Platz ausgebuchte Tagungszentrum im Sozialministerium kamen rund 190 Fachleute aus verschiedenen Wirkungsfeldern, die sich in Wissenschaft und Praxis mit Kinder- und Jugendkriminalität befassen. Zum Auftakt der Veranstaltung sprachen Holger Stahlknecht (Minister für Inneres und Sport des Landes Sachsen-Anhalt) und Andreas Schomaker (Polizeipräsident der Polizeidirektion Sachsen-Anhalt Nord) zu den Teilnehmenden. Sie hoben in ihren Grußworten den hohen Stellenwert der Maßnahmen zur Prävention von Jugendkriminalität im Land Sachsen-Anhalt hervor und würdigten das Engagement der sozialpädagogisch tätigen Akteure. In den nachfolgenden Vorträgen zeigten Experten aus Sachsen Anhalt, Nordrhein-Westfalen, Niedersachen und Bayern die Konzepte sowie Erfolgsraten ihrer Präventionsprojekte auf.

 

In Sachsen-Anhalt ist die Zahl der Gewalttaten durch Jugendliche in den letzten acht Jahren dank effektiver Präventionsarbeit rückläufig, obwohl die Zahl Jugendlicher dieser Altersgruppe leicht zunahm. Ergebnisse aus Nordrhein-Westfalen belegen, dass durch sachkundige Prävention insbesondere bei jugendlichen Intensivtätern die so genannte „Präventionsrendite“ - d.h. die Minderung der kriminalitätsbedingten Folgekosten im Vergleich zum finanziellen Aufwand für präventive Maßnahmen - sehr hoch ist. Eindrucksvoller noch ist die hohe Effektivität zur Verhinderung von Personenschäden für potentielle Tatopfer. Die Tagung beleuchtete zudem neue Aspekte hinsichtlich psychologischer, neurobiologischer und genetischer Risikofaktoren von jugendlichen Gewalttaten, Radikalisierungsverläufe vor dem Hintergrund des islamistischen Terrorismus sowie Anwendungsmöglichkeiten und Problemfelder des Jugendstrafrechtes. Eine Kurzfassung der Vorträge ist ab Ende Februar auf der Salus-Webesite unter https://www.salus-lsa.de/das-unternehmen/salus-institut/ abrufbar.

 

Kurz informiert:

Das Angebot der Jugendberatungsstelle der Polizeidirektion Sachsen‐Anhalt Nord (JuBP) richtet sich an delinquente, d.h. straffällig gewordene Kinder, Jugendliche und Heranwachsende. Die Mitarbeiter der JuBP sind keine Polizeibeamten, sondern sozialpädagogisch ausgebildete Fachkräfte und unterliegen der Schweigepflicht. Die Beratung der jungen Menschen ist u.a. darauf gerichtet, sie zur Auseinandersetzung mit dem straffälligen Verhalten anzuregen, mögliche Ursachen herauszufinden und zu hinterfragen sowie geeignete Hilfsmöglichkeiten aufzuzeigen. Übergeordnetes Ziel ist ist, erneute Straftaten zu vermeiden.

 

Das Salus-Institut unter Leitung von Prof. Dr. Bernhard Bogerts ist das wissenschaftliche Zentrum der Salus gGmbH. Es wendet sich in seiner Arbeit u.a. der Erforschung von hirnbiologischen und psychosozialen Ursachen individueller und kollektiver Gewalt zu.



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