In Sachsen-Anhalt ist das Leben für Rentner günstig

Bundesweiter Vergleich: Kaufkraft der Rente liegt je nach Wohnort um bis zu 50 Prozent auseinander, Preisniveau in Sachsen-Anhalt überall unterdurchschnittlich


In Sachsen-Anhalt ist das Leben für Rentner überall günstiger als im Bundesdurchschnitt. Die vergleichsweise teuerste Stadt ist Halle. Doch selbst dort liegt das Preisniveau mehr als fünf Prozent unter dem nationalen Mittel. In Magdeburg ist das Leben mehr als sechs Prozent billiger – und damit so günstig wie in keiner anderen Landeshauptstadt.

 

In elf der 14 Regionen des Landes liegen die Lebenshaltungskosten sogar mehr als zehn Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Kein anderes Bundesland hat einen nur annähernd so hohen Anteil besonders günstiger Regionen. Am preiswertesten leben Senioren in den Kreisen Wittenberg und Mansfeld-Südharz: Dort liegt das Preisniveau 12 bis 13 Prozent unter dem Bundesmittel. Damit gehören beide Kreise zu den zehn günstigsten Regionen in Deutschland. Unter den 20 Kreisen mit den niedrigsten Lebenshaltungskosten sind gleich sechs aus Sachsen-Anhalt.

 

Kostenvergleich berücksichtigt Konsumverhalten der Senioren

 

Für die Auswertung hat Prognos die Lebenshaltungskosten der Rentner in 402 Landkreisen und kreisfreien Städten verglichen. Eigens dafür passte das Analysehaus den allgemeinen Warenkorb des Statistischen Bundesamtes an das Konsumverhalten der über 65-Jährigen an. Ausgaben für die Gesundheit erhielten beispielsweise ein höheres Gewicht. Die Kosten für Verkehr spielen dagegen eine geringere Rolle, weil Senioren gewöhnlich nicht mehr zur Arbeit pendeln.

 

Lebenskostenplaner ermittelt Finanzbedarf im Alter

 

Was man sich im Ruhestand noch leisten möchte, ist auch abhängig von persönlichen Vorlieben und Interessen. Ein neuer Lebenskostenplaner auf www.7jahrelaenger.de/lebenskostenplaner gibt einen Überblick über die jährlichen Ausgaben der Deutschen für ausgewählte Konsumbereiche und Produkte. Das Tool errechnet auf einfache Art auch die Gesamtausgaben für einen beliebigen Zeitraum – von einem Jahr bis maximal 35 Jahre.

 

Karte mit Rentenkaufkraft aller Kreise unter: www.7jahrelaenger.de

Teuerster Wohnort für Rentner ist München. Das Leben kostet dort rund 30 Prozent mehr als im Bundesschnitt und gut 50 Prozent mehr als im günstigsten Landkreis: Holzminden in Niedersachsen. Im Ländervergleich ist Sachsen-Anhalt am preiswertesten. Gleich sechs der bundesweit 20 günstigsten Kreise liegen in dem Bundesland.

 

Die Kaufkraft der Renten in Deutschland variiert regional um bis zu 50 Prozent. Zu dem Ergebnis kommt eine Studie von Prognos im Auftrag der Initiative „7 Jahre länger“. So müssen Rentner in München – dem teuersten Altersruhesitz – für Miete, Strom, Nahrungsmittel oder Kleidung rund 1300 Euro zahlen, wofür im Bundesdurchschnitt nur 1000 Euro fällig würden. Im niedersächsischen Holzminden – dem bundesweit günstigsten Wohnort – kosten dieselben Leistungen dagegen nur 860 Euro.

 

"Das Preisgefälle zwischen den Regionen ist sehr groß“, sagt Prognos-Chefökonom Michael Böhmer. „Was man sich im Ruhestand leisten kann, hängt nicht nur von der Rentenhöhe ab, sondern auch vom Standort. Am härtesten trifft es diejenigen, bei denen niedrige Rentenansprüche und hohe Lebenshaltungskosten zusammenkommen. Vor allem die Wohnkosten haben einen sehr starken Einfluss auf den Wohlstand im Alter“, so Böhmer.

 

Über uns: „7 Jahre länger“ ist eine Initiative der Deutschen Versicherer (www.gdv.de). Sie soll das Bewusstsein dafür schärfen, dass die Menschen in Deutschland immer älter werden und länger fit bleiben. Denn die meisten Deutschen unterschätzen laut wissenschaftlicher Studien ihre Lebenserwartung deutlich – und haben oft ein falsches, sehr negatives Bild vom Alter. Die Initiative will darum einen gesellschaftlichen Dialog darüber führen, wie wir das Beste aus den gewonnenen Jahren machen können. www.7jahrelaenger.de

 



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