Ehrenamtliche Hospizdienst in Bernburg und Umgebung

Interessierte sind zur Auftaktveranstaltung am 15. März zum Hospizhelfer in der Kanzler von Pfau’schen Stiftung um 18.00 Uhr im Gemeindehaus an der Kustrenaer Straße 9 in Bernburg herzlich eingeladen.


Seit 2003 engagiert sich der ehrenamtliche Hospizdienst Bernburg und Umgebung für ein würdiges Sterben im vertrauten Umfeld. Ehrenamtliche begleiten beim Sterben. Sie vermitteln menschliche Nähe, führen jedoch keine pflegerischen Tätigkeiten aus. Hospizhelfer strahlen Ruhe und Zuversicht aus, hören zu, versuchen Wünsche zu erfüllen und gestalten den Tagesablauf durch ihre Anwesenheit angenehmer. Sie stehen Angehörigen hilfreich zur Seite und versuchen sie zu entlasten.

 

Zum Hospizdienst Bernburg und Umgebung gehören derzeit 20 geschulte, ehrenamtliche Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen im Alter zwischen 30 und 80. Eine davon ist Ines Eschberger (links neben Hospizkoordinatorin Angelika Börstler und Dipl. med. Christina Huschenbett), ausgebildete Medizinisch-Technische Laborassistentin, die 2015 einen Kurs zur Hospizbegleiterin absolvierte. Frau Eschberger erzählte während eines Pressegesprächs von ihren Erfahrungen in der Hospizbegleitung, die inzwischen für sie zu einer Herzensangelegenheit geworden ist.

 

Zuletzt begleitete sie Oma Anna, die nach einem Schlaganfall in ein Pflegeheim kam und nicht mehr sprechen konnte. Anfangs dachte die junge Frau, dass das mit ihnen beiden nicht passen würde. Wie soll sie sich mit einer Stummen verständigen, wenn beide keine Gebärdensprache beherrschen? Zudem stammte Anna aus der ehemaligen Sowjetunion, das machte es nochmal schwieriger. Doch bereits nach dem ersten Besuch merkte Ines, dass es doch passt, denn sie konnte in dem Gesicht von Anna lesen! Am Gesichtsausdruck der Oma erkannte sie schnell, wonach der alten Frau der Sinn stand: Und das war eigentlich immer nur eines, dass jemand da war! Jemand, der sich um eine wie Anna sorgte, die niemanden mehr hatte, keine Verwandten, keine Freunde. Nur eine Nachbarin besuchte sie gelegentlich. Und mit der verständigte sich die Hospizbegleiterin auf Russisch, also mit den wenigen Vokabeln, die ihr so nach und nach aus dem früheren Russischunterricht wieder einfielen. Und so ging das schließlich drei Wochen lang; fast jeden zweiten Tag war Ines inzwischen bei Oma Anna, brachte ihr manchmal Blumen mit und freute sich über das Strahlen in dem Gesicht der stummen Frau, das schon einsetzte, sobald sie nur das Zimmer betrat.

 

Irgendwann allerdings wurde die junge Frau krank und konnte Anna fünf Tage lang nicht besuchen. Und dann ausgerechnet starb Anna…

 

Natürlich ist es nicht immer so, auch nicht so intensiv, erzählte Ines Eschberger weiter. Manche Begleitungen dauern länger, doch die meisten sind sehr viel kürzer. Wichtig ist nach so einer Begleitung die Pause im Dienst und der monatliche Austausch in der Gruppe, die sog. Supervision, während der man gemeinsam mit den anderen die Begleitungen reflektiert, sich austauscht oder ein Thema bespricht. Damit aber noch mehr Menschen daheim oder im Heim betreut werden können, ist es notwendig, noch weitere Interessierte für dieses, durchaus nicht leichte, aber dennoch so bereichernde und wichtige Amt zu gewinnen, denn bereits am 15. März ist die Auftaktveranstaltung des neuen Kurses für Hospizhelfer in der Kanzler von Pfau’schen Stiftung. An dem Mittwoch treffen sich alle Interessenten 18.00 Uhr im Gemeindehaus an der Kustrenaer Straße 9 in Bernburg.

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