Gute Nachrichten über die Radwegentwicklung im Salzlandkreis

Zum Frühlingsstart gibt es gute Nachrichten über die Radwegentwicklung im Salzlandkreis. Im Jahr 2016 waren es insgesamt 65234 Radfahrer, die den Saalradweg mit dem Streckenabschnitt bei Gröna nutzten. Landrat Bauer will positiven Trend ausbauen und für die Wirtschaft in der Region nutzen.


Zum Frühlingsstart gibt es gute Nachrichten über die Radwegentwicklung im Salzlandkreis. Im Jahr 2016 waren es insgesamt 65234 Radfahrer, die den Saalradweg mit dem Streckenabschnitt bei Gröna nutzten. Laut ADFC-Travelbike-Radreiseanlayse 2017 ist der Elberadweg erneut der beliebteste Radweg Deutschlands. Unter den „beliebtesten Zehn“ kann auch der Saaleradweg punkten. Die Strecke, die über 403 Kilometer von der Quelle am Nordhang des Berges Waldstein in Markt Zell im Fichtelgebirge nach Barby (Elbe) führt, konnte sich unter insgesamt 257 betrachteten Radrouten in Deutschland durchsetzen. Sie wurde 2016 von 2,9 Prozent aller Radfahrer in Deutschland befahren und somit zu einem der beliebtesten Radwege gekürt.

 

Dem Fachdienst Kreis- und Wirtschaftsentwicklung unter der Leitung von Tilo Wechselberger liegen aktuell Nutzerzahlen des Saaleradweges für den Salzlandkreis vor. Eine im Juli 2015 installierte Anlage auf der Saalebrücke in Gröna zählt passierende Radfahrer. Demnach war der Radweg im Mai 2016 am häufigsten genutzt worden. 11558 Fahrradtouristen querten in diesem Monat in Gröna den Fluss. Im Juli und August konnten jeweils 9763 und 9941 Radler gezählt werden. Im Vergleich zur Zahl, die im August 2015 mit 9419 Personen erhoben worden ist, entspricht der Vergleich im Folgejahr einer Steigerung um mehr als 5 Prozent.

 

Im Jahr 2016 waren es insgesamt 65234 Radfahrer, die den Saalradweg mit dem Streckenabschnitt bei Gröna nutzten. In der Zeit zwischen August bis Oktober waren es 2015 19251 Radfahrer gewesen. Ein Jahr später konnten im gleichen Zeitraum bereits 2361 Passierende mehr gezählt werden. Als Fazit kann festgestellt werden, dass die Nutzung des Saalradweges insgesamt zugenommen hat. Das kann mit der Aufhebung der zeitweisen Streckensperrung begründet werden. In den Wintermonaten des Jahres 2015 war die Frequentierung jedoch deutlich höher als 2016. Ursächlich dafür sei hier die milde Witterung gewesen, wie die Pressestelle des Salzlandkreises mitteilt. „Während der Weihnachtsfeiertage sind die Leute im T-Shirt Rad gefahren“, erinnert sich Tilo Wechselberger an den Winter vor zwei Jahren.

 

Die aktuelle ADFC-Studie gibt weitere Aufschlüsse zum Radtourismus. In der Radreiseanalyse, die auf der ITB vorgestellt worden ist, wird deutlich, dass Radreisende zu denjenigen gehören, die über eine höhere Bildung verfügen und sie einkommensstärker sind als übliche Urlauber. „Das ist eine sehr interessante Zielgruppe“, wertet Tilo Wechselberger die Ergebnisse aus. Deutlich wird aber auch, dass weder Elbe- noch Saaleradwanderweg in der Wahrnehmung ausländischer Touristen eine Rolle spielen. Auch kann Sachsen-Anhalt zu den beliebtesten Radregionen Deutschlands nicht gezählt werden.

 

Überhaupt ist laut Studie Radfahren bei bayrischen Landsleuten, in Baden-Württemberg, Nordrhein-Westphalen sowie Niedersachsen fester Bestandteil der Freizeitgestaltung. „Hier sollten wir aufholen und unsere Möglichkeiten nutzen“, wirbt Markus Bauer für den Freizeitsport. Trotzdem sieht Landrat Markus Bauer die Region Salzland auf einem guten Weg. „Den Radtourismus zu stärken, damit sind wir gut beraten“, ist der 46-Jährige überzeugt. Bereits in seiner früheren Funktion als Bürgermeister einer Einheitsgemeinde hatte er sich für den Ausbau und die Pflege von Radwegen stark gemacht. „Einwohner und Besucher müssen Lust bekommen, unsere Landschaft zu entdecken“, führt der Verwaltungschef aus. „Das sollten alle Bürgerinnen und Bürger besonders im Jahr des Reformationsjubiläums transportieren“, bittet er um Mithilfe beim Marketing. Mit “die regionale Wirtschaft stärken“, legt er den Beweggrund für sein Ansinnen offen und erläutert, „sich gegenseitig besuchen, ist wichtig“.

 

Bereits im Vorjahr hatte Markus Bauer bezüglich des Ausbaus der Radwege das neue Projekt „Bodetourismus“ angeschoben. „Von der Quelle bis zur Mündung“ ist dabei sein Motto, wenn es beim Ausbau darum geht, Standards beispielsweise beim Steg-Bau oder für die Beschilderung zu schaffen. „Das ist zeitlich effizienter und spart Kosten“, argumentiert der Landrat, der sich für die Machbarkeit durch Gemeinden beim Land einsetzt.

 

Dass mit dem Elberadweg das Highlight im Radtourismus durch den Salzlandkreis führt, müsse in der Region noch erfolgreicher genutzt werden, schätzt Bauer ein. Die Touristen auf dem beliebtesten Radweg Deutschlands für einen Besuch des Ringheiligtums in Pömmelte zu begeistern, sie zum Salzlandmuseum zu leiten und zum Verweilen zu bringen, sei das erklärte Ziel. Dazu hatte kürzlich der Fachdienst Kreis- und Wirtschaftsentwicklung in der Zusammenarbeit mit dem Förderservice der Investitionsbank Sachsen-Anhalt die Elbe-Radweg-Alternativ-Beschilderung zum Ringheiligtum und von dort in Richtung Salzlandmuseum realisiert. Im Salzlandmuseum selbst arbeitet ein kleines Team an der Vermarktung des Standortes. Dass 38 Prozent der Radreisenden interessierte Kultururlauber sind, scheint eine gute Voraussetzung für die Umsetzung des Vorhabens zu sein.

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