Lehrermangel: „Eltern wollen nicht stillhalten“

Der Protest der Nienburgerinnen und Nienburger über den Lehrermangel an ihrer Schule ist vollkommen berechtigt.


Der Protest der Nienburgerinnen und Nienburger über den Lehrermangel an ihrer Schule ist vollkommen berechtigt. Die Personalsituation an den Schulen ist eine Katastrophe mit langer Ansage. Der Lehrermangel ist hausgemacht, und dass seit vielen Jahren. Das Personalabbaukonzept der vergangenen Landesregierung hat dafür gesorgt, dass in vielen Schulen die Personaldecke viel zu dünn ist. Unterricht kann nicht mehr fachgerecht erteilt werden oder fällt in Größenordnungen aus. Die jetzige Landesregierung setzt diesen unseligen Kurs fort. Die erfolgten Neueinstellungen gleichen nicht annähernd die Lehrerinnen und Lehrer aus, die sich in den Ruhestand verabschieden, die auf Grund der enorm gestiegenen Arbeitsbelastung langzeiterkrankt oder in der Elternzeit sind.

 

Das Bildungsministerium muss dringend und zügig alle zur Verfügung stehenden Lehrkräfte einstellen und die Kapazitäten für die Lehramtsausbildung erhöhen. Stattdessen werden Ausschreibungen so verfasst, dass in der letzten Einstellungsrunde 240 ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer abgewiesen wurden und sich vermutlich in anderen Bundesländern erfolgreich um eine Anstellung bemühen werden. Eine weitere Möglichkeit für Linderung sieht Minister Tullner in der Überlegung, die Stundenzuweisungen zu kürzen, was dazu führen wird, dass an kleineren Schulen Klassen jahrgangsübergreifend zusammengelegt werden müssen. Das ist keine Lösung sondern Flickschusterei.

 

Nienburg ist kein Einzelfall. Die Unterrichtsversorgung ist landesweit gefährdet. Es ist gut, dass sich dagegen Widerstand regt. DIE LINKE unterstützt deshalb die Volksinitiative „Den Mangel beenden – Gebt unseren Kindern eine Zukunft!“. Mit 30.000 Unterschriften soll die Landesregierung aufgefordert werden, endlich ihre Arbeit zu machen und den Unterricht abzusichern – und zwar nicht durch statistische Tricks, sondern durch die Einstellung von Lehrerinnen, Lehrern und pädagogischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern.



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Kommentare: 1
  • #1

    Katrin (Mittwoch, 30 August 2017 16:43)

    Hallo, Ich habe mich für ihren artikel sehr interessiert da es in unsere Schule nicht anders ist. Meine Tochter wurde erst eingeschult und hat schon viele Freistunden und Freitag nur bis 10.20uhr, Ihre Lehrerin ist auf unbestimmte zeit krank, wir Mutti's haben angst das unsere Kinder in dem wichtigen 1 halben Jahr sehr viel verpassen. Kann die Mutti's komplett verstehen da es uns nicht anderst ergeht.