Wieviel Sicherheit braucht das Stadtfest Bernburg

Wie kommt die Stadt Bernburg aus dieser Nummer wieder raus? Nach brutalen Schläger-Attacken auf dem Stadtfest - viele Vorfälle, viele offene Fragen, wenig Antworten!


Wie kommt die Stadt Bernburg aus dieser Nummer wieder raus? Mit Totschweigen oder sich den Vorfällen stellen? Viele Vorfälle, viele offene Fragen, wenig Antworten! Ganz Sachsen-Anhalt diskutiert über die Vorfälle zum 49. Stadt- und Rosenfest, auf Titelseiten verschiedener Tageszeitungen, im Fernsehen oder im Radio liefen die Schlagzeilen von brutalen Übergriffen zum 49. Stadt- und Rosenfest rauf und runter.

 

Von Wernigerode bis Wolmirstedt, Fragen nach der Sicherheit zu Großveranstaltungen, so wie das Stadtfest werden aufgeworfen. Zahlreiche Zeitungsleser stellten sich die Frage, was denn da in Bernburg los sei. Manche betiteln die Stadt sogar als "Assi - Stadt" nach den Schlagzeilen von zahlreichen Übergriffen zum Stadtfest.

 

Am Samstagabend gab es mehrere polizeiliche Zwischenfälle, darunter sexuelle Belästigung an Mädchen (13 und 15 Jahre), ein verletzter Polizist, der ins Gesicht getreten wurde, eine Massenschlägerei, Verletzung durch Elektroschocker und einen schwer verletzten Besucher nach Schlägerattacke.

Nach eigenen Angaben des Stadtmarketing rechnete der Veranstalter, die Stadt Bernburg mit bis zu 50.000 Besucher an 4 Tagen. Am betreffenden Abend, den Samstag mit der Radio SAW Party und Max Giesinger laufen die Zahlen der Stadtfestbesucher weit auseinander. Die genannten Zahlen liegen zwischen 10.000 Besuchern (MDR) und 15.000 Besucher (SAW).

 

Wie der MDR schreibt, kamen auf 10.000 Besucher gerade einmal 10 Polizisten, sollten es 15.000 Besucher gewesen sein, dann ist die Zahl noch viel verheerender. Fakt ist, es handelte sich bei diesen Polizisten tatsächlich um Security - Mitarbeiter, die Polizei wurde von Besuchern eher nicht war genommen. Tatsächlich gab es augenscheinlich viel zu wenig Sicherheitspersonal, auch am Brennpunkt, dem Rheineplatz und unterer Karlsplatz war am Samstagabend kein Personal verfügbar, weil dieses an der SAW Bühne eingesetzt war.

 

Auf Nachfrage bei der Stadtverwaltung, ob es eine Nachbearbeitung zur Sicherheit des Stadtfestes geben werde, hieß es am Dienstag: "Nicht morgen und nicht übermorgen und nicht nächste Woche!"

 

Aus dem Leitfaden "Sicherheitskonzepte für Großveranstaltungen – Leitfaden für die kommunale Angelegenheiten" geht hervor, dass für Veranstaltungen mit mehr als 1.000 zeitgleich erwarteten Besuchern ein Sicherheitskonzept erforderlich ist. Auch sind Großveranstaltungen regelmäßig nachzubereiten. Die Nachbereitung soll die systematische Überprüfung und Auswertung der Großveranstaltung für die allgemeine Sicherheitsbehörde unter Beteiligung der an der Vorbereitung und Durchführung der Veranstaltung beteiligten Stellen und Organisationen gewährleisten.

 

Auch wenn bei derart großen Menschenmengen eine hundertprozentige Sicherheit nicht gewährleistet werden kann, stellt sich jedoch die Frage, ob es ein Sicherheitskonzept gab, und dieses umgesetzt oder aus Kostengründen in abgespeckter Form gefahren wurde.



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